1963, als diese Aufnahmen entstanden, waren die Yardbirds eine junge und noch ein wenig unerfahrene Band. Aber sie waren Blues-Enthusiasten, allen voran ihr Leadgitarrist Eric Clapton. Nur so ist es zu verstehen, warum sich die Band auf dieses Abenteuer, die amerikanische Blueslegende Sonny Boy Williamson zu begleiten, eingelassen hatte. Es war eine undankbare Aufgabe für die junge Band, die auf den erst 1966, als die Yardbirds top waren, veröffentlichten Aufnahmen, kaum wirklich in Erscheinung treten konnten. Ein paar zaghafte Soloansätze von Clapton hier und da, ansonsten nur rhythmische Begleitung. Man wird das Gefühl nicht los, dass hier nicht aureichend geprobt werden konnte. Am ehesten nimmt man die Yardbirds bei "23 Hours too Long", "Out of the Water Coast" oder der Eröffnungsnummer "Bye Bye Bird" als individuelle Gruppe wahr. Keith Relf darf die Ansage machen und dann heißt es für ihn "hand clapping and foot tapping". Für Sonny Boy Williamson dürfte es zu Ende seiner Karriere eine feine Sache gewesen sein. Soviel Wertschätzung erfuhr er zu Hause nie. Für die Yardbirds gab es außer der Ehre und der Erfahrung nicht viel zu gewinnen.
Die Digpack-Edition von Repetoire ist gut aufgemacht, klanglich gibts nichts auszusetzen und die Bonustracks stammen allesamt von denselben Auftritten. Das originale Cover wartet mit einem dicken Faux-pas auf, denn auf dem Gruppenfoto ist Jeff Beck zu sehen. Ein weiterer Beweis dafür, wie lieblos man seinerzeit vorging.