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Meine Sonntage mit Sabine Christiansen. Wie das Palaver uns regiert.
 
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Meine Sonntage mit Sabine Christiansen. Wie das Palaver uns regiert. [Taschenbuch]

Walter van Rossum
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Allsonntäglich entfaltet sich ab 20 Uhr die neue deutsche TV-Dreifaltigkeit: Tagesschau, Tatort, Talk mit Sabine Christiansen. Nach den Mythen der Tagesschau (Staatsmänner, Kriege, Katastrophen, Sport) und den tröstlichen Gewissheiten des Tatorts (Alle haben Dreck am Stecken) sondiert Sabine Christiansen das Gesellschaftsterrain. Unerbittlich stellt sie Fragen, die in das Dunkel unserer Zukunft weisen. Es treten auf: die Lobbyisten und ihre Statthalter im Parlament. Multimillionäre warnen davor, dass es kurz vor zwölf sei. Aber, bitte sehr, man könne ja auch ins Ausland gehen. Politiker führen entschlossen das Drama der Sachzwänge auf. Die große Koalition der Dauerreformer gibt sich die Ehre. Fast noch wichtiger als das, was gesagt wird, ist, was systematisch nicht gesagt wird. Komplexe Themen werden dramatisch vereinfacht und fortan in diese Richtung öffentlich diskutiert. Insofern eignet sich diese Sendung wie keine andere, um zu begreifen, wohin die Deutschland AG steuert.
In 'Mei ne Sonntage mit "Sabine Christiansen"' schreibt Walter van Rossum hellsichtig, intelligent und bitterböse über eine Medienlandschaft, die die Politik im eigentlichen Sinne längst zu überwuchern droht.

Über den Autor

Walter van Rossum, Jg. 1954, lebt in Köln und Marokko. Studium der Romanistik, Philosophie und Geschichte in Köln und Paris. Promotion 1989. Seit 1981 freier Autor für WDR, Deutschlandfunk, Die Zeit, FAZ und Freitag. Für den WDR moderiert er unter anderem die 'Funkhausgespräche'. 1988 erhielt er den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik. Letzte Buchveröffentlichung: 'Simone de Beauvoir & Jean-Paul Sartre. Die Kunst der Nähe', Berlin 1998.

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82 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nach dem Lesen dieses Buches möchte man vor Wut schier explodieren.

Das viele unserer Politiker krumme Hunde sind, ist für viele von uns nichts Neues. Das die Wirtschaft massiv Einfluss auf die Politik nimmt, auch nicht. Und das schließlich die Medien ihren Beitrag dazu leisten, dass sich in diesem Land möglichst wenig bewegt, wissen interessierte Fernsehzuschauer und Zeitungsleser schon lange. Nicht jeder macht sich allerdings eine Vorstellung davon, mit welcher Dreistigkeit und mit welchem Zynismus dies geschieht!

Das Buch von Walter van Rossum zeigt vor allen Dingen, dass die Sendung "Sabine Christiansen" keinesfalls eine kritische Diskussionssendung zu aktuellen politischen Themen ist, sondern vielmehr dazu dient, dem ahnungslosen Zuschauer eine Politik zu verkaufen, die einseitig auf die Interessen der Reichen und Mächtigen ausgerichtet ist.

Durch geschickte Manipulation wird dem Zuschauer suggeriert, dass es außerhalb der diskutierten Vorschlägen keine Wahlmöglichkeit gäbe. Dies geschieht einerseits durch die einseitige und manipulative Auswahl an Gästen, andererseits durch das geschickte Vorgaukeln einer kontroversen Diskussion. Der Zuschauer nimmt dabei nicht wahr, dass alle Diskussionsteilnehmer im Grunde genommen der gleichen Meinung sind. Entscheidend ist immer, dass eine bestimmte Grundrichtung, nämlich die Notwendigkeit von einschneidenden Reformen auf Kosten der Bevölkerung, im Kopf des Zuschauers verankert wird und dieser schließlich glaubt, dass es eben keine Alternativen gäbe.

Walter van Rossum führt in seiner Recherche der Hintergründe vor, wer in Wirklichkeit die Fäden in Händen hält. Es sind ausschießlich die Interessen des Großkapitals, die von "unseren Politikern" vertreten werden. Um dies zu verschleiern, werden Szenarien aufgebaut und Zusammenhänge hergestellt, die in der Realität gar nicht bestehen. Stichworte sind Globalisierung, Generationenkonflikt, Wirtschaftswachstum etc.

Walter van Rossum macht deutlich, wie die Gäste der Sendung scheinbar mit unterschiedlichen Meinungen einen Sachverhalt erörtern, um dem Zuschauer schließlich vermeintliche Zwänge zu verdeutlichen. Wesentliche Fakten werden bewusst verschwiegen.

Interessant ist zu erfahren, auf welchen Nebenschauplätzen unsere "Volksvertreter" noch tätig sind.

Es ist auch wunderbar, das in der Sendung gesprochene Wort einmal schwarz auf weiß vor sich zu sehen. Dabei wird deutlich, welcher Blödsinn da teilweise zusammengeredet wird.

Ich kann dieses Buch jedem, der glaubt, in einer funktionierenden Demokratie zu leben, nur wärmstens empfehlen.

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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Großartige Polemik! :-) 24. September 2004
Von Deef
Der Autor führt sie alle vor. Die Gäste und die Gastgeberin. Er zeigt, dass alle das gleiche Reden, dass die Aussagen sich nivellieren und das Falschaussagen unkommentiert stehengelassen werden. "Sabine Christiansen", eine Sendung für die üblichen Verdächtigen, die die üblichen Meinungsklischees dreschen dürfen. Nachdem der Spiegel schon 1999 vernichtend über die desinteressierte Christiansen urteilte (im Stile von "ihr verzweifelter Gesichtsausdruck will sagen 'Regie, eine Frage bitte, aber schnell'") hat sich nun ein kompetenter WDR-Journalist über Monate mit ihrer Sendung auseinandergesetzt. Er urteilt nicht neutral, nicht politisch-korrekt und nicht populistisch. Sein Buch wird jeden begeistern, der gepflegten Zynismus und offene Worte mag.
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30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr erfrischend 21. Oktober 2004
Muss man sich ansonsten bei Büchern zum Thema "Meinungs- und Medienkartell in Deutschland" durch trockene und mitunter langatmige Darstellungen kämpfen, fällt einem die diese Lektüre schon erheblich leichter: Frech und frisch knöpft sich van Rossum den nur schwer zu unterbietenden Tiefpunkt der politischen öffentlichen Diskussion in Deutschland vor und vergleicht ihn - zugegeben mit Vorliebe polemisch und bisweilen auch zynisch - mit der Realität. Kleines Beispiel gefällig? Aber gerne: Saddam hat keine Massenvernichtungswaffen und keine Verbindung zum 9. 11., oder zu Al-quaida? Macht nichts, hauptsache wir (Pflüger, Perle, Schäuble, Merkel, Collins) haben darüber bei Christiansen herumgelogen, bevor wir das Land mit Flächenbombardements überziehen. Nächstes Thema bitte.

Selten fand ich zu diesem Thema so eine erfrischende Schreibe.

Wer allerdings gerne volkswirtschaftliche Rezepte und "Alternativen" serviert bekommen möchte, der kann das ernsthafterweise nicht von einem Buch mit einem Umfang von gerade mal 185 Seiten zum Thema "politische Debattenkultur in Deutschland" bekommen. Echte Alternativen zur gegenwärtigen politisch-ökonomischen Debatte in Deutschland erhält man aber mit Sicherheit noch viel weniger von Autoren des Schlages Miegel, Hayek, Kirchhof, Metzger u. ä. Kleiner Tip hierzu: Albrecht Müllers "Die Reformlüge" hier bei Amazon käuflich zu erwerben oder dessen Internet-Auftritt, die "NachDenkSeiten".

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