Nach dem Eingangstext "Wie war es früher" verfällt der Niederbayer Sigl kurzzeitig in den Dialekt und erinnerte mich an den Fanderl Wastl (1915-1991, Volkslied- und Brauchtumpfleger). Doch ich kannte den Autor Albert Sigl schon vom Roman "die gute haut" und da war klar: gmiatlich oder gar sentimental wird "Sonnham" nicht.
In vielen kurzen Episoden und Überlegungen schildert Sigl Szenen aus dem Bayern der letzten 60 Jahre. Naturgemäss gefielen sie mir unterschiedlich, doch alle mindestens gut. Eine Geschichte "1945", die mit: "Wohin jetzt mit dem Papagei, der “Heil Hitler” sagen kann?" beginnt, muß gut sein. Die Besten waren für mich "Aufschnitt" und "Wolfseck". Manchmal blitzt der Schelm durch; dann scheint die lachende Sonne auf Sonnham.
Ich empfehle dieses Buch jedem Altbayern und allen, die etwas über die Bayern erfahren wollen.