Das Buch von Michael Mohr kann man in einem Rutsch durchlesen. Nicht, weil es spannend ist. Es ist einfach nur sehr kurz.
Der Autor behauptet von sich, dass er „die deutsche Sprache in Wort und Schrift recht gut" beherrsche. Vielleicht stimmt das. Aber wenn es stimmt, versteht er es meisterhaft dies zu verbergen.
Hier einige Kostproben:
Die feuchte Stirn wischend und erleichtert aufatmend, wandte...
...verbissen an der Kalkulation arbeitend, bestritt...
...aufgrund des wirklich stolzen Betrags, seine Idee bereuend.
Ihre langen Beine übereinander schlagend, steckte...
Über seine Schulter blickend, traf...
Sich knirschend durch den Schnee kämpfend, verließ...
Also, Partizip Präsens Aktiv ist eine sehr tolle Sache. Ich habe sogar einige Seiten entdeckt, die ohne diese Form auskommen. WER SPRICHT SO?
Bereits ab Seite zwanzig hatte ich die Handlung aus den Augen verloren und begab mich statt dessen auf die spannende und erfolgversprechende Suche nach dem nächsten „-end"-Satz.
Fazit: Dem Ende entgegenfiebernd, lass ich 200 Seiten. Den ausgegebenen Betrag bereuend, beschloss ich diese Zeilen zu schreiben. Auf eine Fortsetzung nicht hoffend, empfehle ich dem Autor seinen Satzbau noch einmal zu überdenken. Dann wird es bestimmt spannend.
Sie fragen, worum es in dem Buch geht? Es ist ein „From Dusk Till Dawn"-Verschnitt, der in Deutschland spielt.