Lotte Köhler, die Protagonistin dieses Krimis, rutscht aus Neugier und weil sie einen ehemaligen Mitschüler (aus Grundschulzeiten!) beeindrucken möchte, in die Aufklärung mehrerer Morde. Sie ist das Recherchieren gewohnt, arbeitet sie doch als Journalistin. Lotte ist zu Gast bei ihrer schrägen Mutter auf Fuerteventura, eine Insel, zu der sie im Laufe der Geschichte eine Hassliebe entwickelt. Der Hass fußt auf Wetter und Langeweile, die Liebe auf Strandgängen, der Unterwasserwelt um Fuerte, und der Sonne, wenn sie mal scheint und nicht vom Winde verweht wird. Das Verhältnis zu Elisabeth, der Mutter, ist gespannt. Elisabeth überrascht immer wieder mit unvorhergesehenen Outfits und Bemerkungen. Die schwierige Beziehung Lottes zu ihrer Mutter aus Lottes Sicht ist gut herausgearbeitet.
Lotte hat eine schnoddrige Art am Leib, die stimmig ist und frisch und amüsant herüberkommt. Sie führt (in der Geschichte ist sie das erste Mal auf Fuerteventura) den Leser über die Insel und lässt ihn an dem, was sie sieht und fühlt, teilnehmen.
Auch wenn ich noch nie auf dieser Insel war und allem Anschein nach auch nie dorthin fliegen werde hat mir das Buch Appetit auf Fuerteventura gemacht und mir einige Orte gezeigt, die ich gerne einmal besuchen würde. Auch das Wetter ist so beschrieben, dass es sehr vorstellbar ist. Der Krimi hat mir Lust auf mehr (Meer) gemacht, wenn das Blut an der Ermordeten sich auch als etwas anderes erweist.
Ich habe schon andere auf Urlaubsorte bezogene Regionalkrimis gelesen und finde, dass Emons hier eine Reihe aufbaut, die gute Krimis enthält, die als solche lesenswert sind, aber auch interessante Informationen über die Region bieten.