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Sonne Liebe Tod
 
 
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Sonne Liebe Tod [Taschenbuch]

Mongo Beti , Stefan Linster
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Afrikanischer Diktaturen-Krimi

Hu. Zwar spielt Kriminalität in dem in der neuen Krimireihe «Metro» erschienenen Roman «Sonne Liebe Tod» des bald siebzigjährigen Mongo Beti aus Kamerun eine grosse Rolle, doch ein Kriminalroman ist er nicht – zumindest nicht, wenn man die Ingredienzen, die das Genre ausmachen, als Kriterium nimmt. Die Allgegenwart des Verbrechens rührt daher, dass der Roman in der Diktatur eines fiktiven afrikanischen Staates spielt. Morde, illegale Verhaftungen, Folterungen, gesetzwidrige Geschäfte sind für gewisse Politiker und Geschäftsleute an der Tagesordnung. Die lange Dauer von Unterdrückung und politischer Immobilität bleibt aber auch nicht – und darin liegt wohl Betis interessanteste Aussage – ohne Wirkung auf die übrigen Bewohner des Landes, auf die Oppositionellen und Journalisten, von denen der Roman in erster Linie handelt. Die Romanhandlung beginnt mit Schikanen gegen die Presse, insbesondere gegen den brillanten Journalisten, Jazzliebhaber und Trinker Zamakwé, der auf illegale Abholzungen aufmerksam gemacht hat, und endet in einem Giftmüllskandal grösster Dimension. Dazwischen macht sie Umwege, setzt mitunter neu an, bringt bizarre, bisher nicht bekannte Figuren und unerwartete Themen ins Spiel. Ein roter Faden ist schwer zu erkennen, allenfalls in der Liebe Zamakwés und anderer Männer zu Bébèthe. Auch ein Vertreter Frankreichs – der Geheimdienstler Georges – darf bei Mongo Beti, einem der vehementesten Neokolonialismus-Kritiker, nicht fehlen. Der Roman lebt von einer leichtfüssigen, stark an Oralität orientierten Erzählweise, deren Sprache in den zahlreichen Dialogen aber allzu oft ins Vulgäre abgleitet.

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Die Zeit, 31.08.2000
In einer Sammelbesprechung widmet sich Tobias Gohlis den folgenden Krimis:
1) Busch/Heuner (Hrsg.): "Bei Ankunft Mord"
Eine Anthologie von 24 Minikrimis, die unter dem Gesichtspunkt zusammengestellt sind, dass der Tatort ein Urlaubsort ist. Und diese Idee lässt Gohlis höchst ausführlich darüber nachsinnen, was der Tourist mit dem Detektiv gemeinsam hat, die Neugier und den temporären Aufenthalt z.B., und warum die konkrete Verortung eines Verbrechens gerade darum als Buchidee nicht ausreichen kann. Die Anthologie, so findet er, spricht zwar "die detektivische und die reiselustige" Seite in uns an, aber "missversteht" sie dann beide. Ob eine betrogene Investorin einem Immobilienhai auf Teneriffa eine Glasplastik über den Schädel haut oder sich zwei Tramperinnen eines zudringlichen Autofahrers erwehren müssen, ist letztlich nicht der Punkt. Wenn es denn in Teneriffa oder Australien ist, gibt das höchstens ein wenig Lokalkolorit hinzu. Insofern ist, schreibt Gohlis, die Idee zwar "hübsch" aber die Ausführung "enttäuschend".
2) Bradle/Sloan: "Temutma"
Tetmutma ist ein Monster, das "dem Turbowahnsinn" Hongkongs direkt entsprungen scheint, meint Gohlis. Das Ungeheuer lebt in den Kellern der Altstadt und konnte nur durch größte Anstrengung "magischer Kräfte" bisher zurückgehalten werden. Jetzt aber wird es durch den Abriss des Viertels entfesselt und terrorisiert die Stadt. Die Autoren haben mit ihrem "genresprengenden Erstling" der Stadt ein neues, ein "tollwütiges Gesicht gegeben", meint Tobias Gohlis.
3) Jean-Claude Izzo: "Total Cheops"
Tatort ist hier Marseilles, und die Geschichte, die vom Ende einer Jugendfreundschaft handelt, könnte, meint Gohlis, so auch nirgends anders spielen. Als Jugendliche haben sich die Protagonisten, drei Jungen und ein Mädchen, hier durchgeschlagen "gegen Ausbeuter, Bullen, Mafia, Fremdenhass, elterliche Engstirnigkeit". Jetzt kehrt einer von ihnen als Polizist zurück und muss sich und die anderen neu konfrontieren mit der Vergangenheit, als die Vierer-Gemeinsamkeit durch die Liebe zerstört wurde. Durch den zurückkehrenden Fabio Montale, meint Gohlis, hat der Autor dem Detektiv-Typus des melancholischen Einzelgängers eine neue Variante hinzugefügt: den exilierten traurigen Clown. Mit seiner Monatale-Trilogie ist der kürzlich verstorbene Autor zum "Simenon Marseilles" geworden, meint Tobias Gohlis.
4) Mongo Beti: "Sonne Liebe Tod"
In einem ungenannten westafrikanischen Land geschehen dem Journalisten Zam merkwürdige Dinge: seine CD-Sammlung wird geklaut, seine Freundin verschwindet und eine Leiche taucht in seiner Wohnung auf. Der mittels billigstem Alkohol von ihm "errichtete Schutzschild gegen die Wirklichkeit" zerbricht und seine Suche entführt ihn in die Realität eines "stinknormalen Wahlkampfes", berichtet Gohlis. Eine "schwarze Politsatire", die besonders beschwingt durch die Sprache, ein äußerst gewähltes "Akademie-Französisch", meint der durchaus entzückte Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

"Das Schicksal in einer Bananenrepublik ist immer verhängnisvoll, weil das Unglück kein Ende hat." Mongo Beti Zam ist Journalist bei einer freien Zeitung. Er liebt die Wahrheit, den Whisky und Bébette. Doch Zam hat eine Pechsträhne. Seine Sammlung von Jazz-CDs ist geklaut worden, in seiner Wohnung liegt die Leiche einer Unbekannten, er wird von einem Auto verfolgt, seine Wohnung fliegt in die Luft. Was ist los in dem fiktiven afrikanischen Land, das an Kamerun erinnert? Ganz einfach, Wahlkampf. Unter der sengenden tropischen Sonne ist rein gar nichts und niemand unschuldig. "Betis exaltierter Sprachduktus ist ungewöhnlich, seine Handlung schweift ab und franst aus, ist eher Panorama afrikanischen Lebens als stringent erzählter Plot." Sven Boedecker, Die Woche

Über den Autor

Mongo Beti, geboren 1932 in Kamerun, war Professor für Literatur in Rouen. In seinem Heimatland hatte er als Romancier unter Pseudonym debütiert und mußte aus politischen Gründen nach Frankreich fliehen. Erst seit 1992 lebt er wieder in Kamerun.
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