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Sonic Youth waren ja schon immer mehr Kunst als wirklich Musik. Gefallen wollten sie nie, niemandem! Wie sagt man so schön: "... die wollen doch nur spielen" ... Wie weit kann man gehen, wo sind die Grenzen. Und wenn man sie erreicht hat, wie bricht man sie am geschicktesten ein? Zauberhafte Melodien aus einem wütenden Klangbrei entstehen lassen. Melodien die aufblitzen und so schnell von dannen zogen, wie sie kamen. Etwas neues kreieren. Letzlich haben sie die Rock Musik wohl weiter gebracht als kaum eine andere Band sonst in den letzten zwei Jahrzehnten. Die Youth besitzen spätestens seit dem vierten Album "Evol" einen Status, den sich eigentlich jede Band wünscht. Einen Status, für den Retortenjungs wie Linkin Park ihre Platin Auszeichnungen und die neun Chaoten aus der Klapse ihre Masken verscherbeln würden: Sonic Youth können machen was sie wollen, ohne dafür auch nur im geringsten von der Fan Gemeinde oder auch der Presse verurteilt zu werden. Könnte auch daran liegen, dass eigentlich niemand wusste, was Sonic Youth da eigentlich genau machen. Vermutlich wussten sie es selbst nicht ... eindeutig ihrer Zeit voraus.
Der Auftakt "Pattern Recognition" zeigt es. Kim Gordons einzigartige Stimme und Thurston Moores Noise Einsätze auf der Gitarre finden auch gern einmal harmonisch zueinander. Natürlich endet doch alles im lauten Krach, wobei dieses mal hauptsächlich darauf geachtet wurde, solche infernalen Kracheskapaden und Feedbacks entweder auf den Anfang oder das Ende eines Songs zu legen. Diese Idee macht die Arrangements zwar allgemein etwas nachvollziebarer (gut für Einsteiger), gleichwohl aber auch ein wenig berechnend. Wenige Ausnahmen, zb. der längste Song auf der Scheibe "Dripping Dream" oder auch "Kim Gordon and the Arthur Doyle Hand Cream" schöpfen dann aber doch aus den Vollen. Bieten heftigste Dissonanzen und knallharte Noise Attacken im Wechselspiel mit gar bezaubernden Melodien. Alles darf, nix muss. Das catchy-rockige "Stones" mit schleppendem Drums und rollenden Guitars, steht neben dem kompakten fast-schon-Pop "Unmade Bed" ... Und ganz unten dann, die eine neue Hymne, die ein jedes Sonic Youth Album braucht. Dieses mal heisst sie "Peace Attack". Rockt, quitscht und schreddert das es eine wahre Freude ist.
Sonic Youth bringen ein neues Album raus. Etwas weltbewegendes ist das nicht mehr, ... aber doch immer wieder schön. Bissel berechnend und Popig-anders ist es geworden, aber doch immer noch kantig, schräg und laut genug um den unbedarften Hörer zu erschrecken. Allen anderen tun Sonic Youth nicht weh ... die ergötzen sich dieses mal an etwas leichteren Strukturen und einigen der schönsten Melodien seit 1988, dem Jahr der Daydream Nation.
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