Wenn man nicht nur ein glühender Verehrer Francis Albert Sinatras ist, sondern außerdem noch zu viel Zeit hat, andere Menschen mit eigenen Ansichten über Platten zu belästigen, kommt man spätestens bei diesem Werk an einer schier unüberwindlichen Mauer zum Stehen. "Songs for swinging Lovers" ist, genau betrachtet, nicht mehr rezensierbar.
Nachdem dieses Album erschien, müssen alle damaligen Crooner in die Ecke geschlichen sein. Niemals war FAS mehr auf der Höhe des Swing, als in den denkwürdigen Monaten um den Jahreswechsel 55/56. Nelson Riddle übertraf sich selbst mit Arrangements, die auch in 50 Jahren noch zeitlos sein werden und gegenseitig warf sich das kongeniale Duo die Bälle zu. Das alles passt so hervorrragend zusammen, dass ein vollkommen lückenloses Album entstanden ist, ohne auch nur eine Sekunde Leerlauf, ohne auch nur einen einzelnen unpassenden Ton - von den quälend langen Sekunden zwischen den Stücken einmal abgesehen. Einzelne Songs hervorzuheben ist nicht möglich - aus der Bibel sucht man sich ja auch nicht seine Lieblingskapitel aus. Womit der Status von "Songs for Swinging Lovers" hinreichend beschrieben wäre. Salute to the leader.