...und auch irgendwie unersetzbar ist dieser Benson, mit seinen geschmackvollen Gitarrenlicks und seiner ,summer-breeze' Stimme. Und so bietet auch das neueste Werk, des Soul crooners und Ausnahmegitarristen nichts Überraschendes oder gar Revolutionäres. Der bewährte Mix aus jazzig angehauchten groovende instrumentals und Soul songs überzeugt aber hier trotzdem wieder mehr, als die leidigen spät 80er und 90er Alben gleicher Machart, denn damals wirkten die Prouktionen doch oft ein wenig zu bemüht, up-to-date zu klingen, und auch die songs waren nicht immer das Gelbe vom Ei.
Überflüssig zu erwähnen, dass das neben Benson hier alles von der creme de la creme der Westcoast Session men eingespielt wurde: Marcus Miller produzierte und steuerte den Bass bei, und Namen wie Wah Wah Watson, Tom Scott, Paulinho Da Costa, Bobby Sparks und als Gastvokalistin Donny Hathaway's Tochter Lalah sind auch keine Überraschung.
Bis auf zwei Ausrutscher mit 90's lastigen elektronischen drumbeats, klingt die Produktion aber fast so als wäre Sie aus den späten 70ern. Bläser, Streicher, echte drums, Hammond Orgel und natürlich viel von Benson's Gitarre hört man hier und auch songwriterisch hat Benson seine Lektion aus seinen Veröffentlichungen der letzten 20 Jahre gelernt, soll heissen: lieber gutes Fremdmaterial neu bearbeiten, als mittelmäßige eigene songs verwenden.
So macht er sich eben song von James Taylor, Bill Withers, Smokey Robinson, Christopher Cross und Donny Hathaway zu eigen, und es gelingt fast alles. Höhepunkt ist aber ein Lamont Dozier song - das ungemein funkige ,Living In High Definition', das hier fast zu einem Blaxploitatiobn track alter Schule wird, und bei dem Benson auch wieder zeigt, warum er eine Gitarren-Legende wurde.
Freilich waren seine besten und anspruchsvollsten Alben, die jazzigen, groovig-dampfenden Instrumental Alben der späten 60er und frühen 70er, aber der Mann hat halt sein großes Stammpublikum erst mit seinen gesungenen Soul und Funk Hits bekommen und dieses Publikum will bedient werden; solange er das mit dieser Qualität macht, muß er sich auch nicht dafür schämen.
Ein herrlich altmodisches Album, das aber wieder einmal klar macht, dass Benson immer noch die Referenz in Sachen adult contemporary soul ist.