cohen macht mich trotz seiner eher simplen musik immer wieder wehrlos, ich liebe diese traurige, gelangweilte stimme, die wie nebenbei über den wellen dieser einfachen aber betörenden melodien schwebt.
ich tu mir auch schwer damit, mein lieblingsalbum von ihm zu benennen, wenn ich's aber müßte, dann wäre es dieses, sein drittes.
trotz eines relativ großen ensembles, auch streicher sind vertreten, wirken die songs dieses albums auf das allerwesentlichste reduziert, cohen's stimme wärmt mit kargem arrangement möblierte räume, erfüllt sie mit gefühlen, die viel mit sehnsucht, ängsten und trauer zu tun haben.
mit ausnahme von "dress rehearsal rag" - der song beschreibt den gemütszustand eines menschen vor dem suizid - ist aber immer auch eine gewisse lebensfreude und mut für einen neuanfang auf magische weise mitverarbeitet.
tja, und die ursprungsversion eines seiner größten songs "famous blue raincoat" ist hier zu finden, ganz sparsam instrumentiert, cohen's stimme und die simple gitarrenbegleitung erklingt wie in einer großen dunklen höhle, ab und zu entstehen töne in der dunkelheit und wenn dann von ganz fern die backgroundsängerinnen einsetzen, macht das gänsehaut...
eine platte bei der - wenn man sich drauf ein- und sich reinfallen läßt - alles rundherum verschwindet und wohl auch bei weniger sensiblen menschen großes kopfkino ausgelöst werden kann.
dabei ist das auch noch intim und hautnah aufgenommen, mit frappierender räumlichkeit und direktheit. man hört der aufnahme das alter an, es gibt auch ab und zu ein paar rauschfahnen, trotzdem ist das eine audiophile scheibe, eine die auf guten musikmaschinen wie ein zeitfenster ins jahr 1971 wirkt durch das man den akteuren in den trident-studios beinahe beim musizieren zusehen kann.
grandios!