Ich verbinde - wie sicherlich viele Fans der Band - mit dieser CD zwei völlig unterschiedliche Ressentiments. Erstens denke ich, gibt es kaum eine Platte, die sinnlicher geschrieben, eingespielt unf gesungen ist, aber auf der anderen Seite verbinde ich mit dieser CD auch die schlimmsten Zeiten im Leben des Sängers David Gahan, welche ihn selbiges beinah gekostet hätten. Obwohl Dave Gahan bei der Aufnahme dieser CD sicherlich stimmlich nicht gerade seine Höhepunkte erreicht, so paßt sie doch wieder zur Musik, die teilweise etwas "grungy" klingt. Wem jedenfalls keine kalten Schauer über den Rücken laufen, wenn Dave Gahan "I feel you" oder "In your room" singt... Martin Gore brilliert wieder durch seine Texte, wobei ich mich bei "Walking in my shoes" frage, ob er dieses Lied nicht für Dave Gahan geschrieben hat. Ungewöhnlich waren an dieser Platte die gospelartigen Einflüsse ("Condemnation"), aber auch die Gitarren ("Mercy in you"). Überhaupt klingt die ganze CD sehr amerikanisch und mehr rockig als experimentiell . Schade auch, daß dies die letzte Scheibe war, an der Alan Wilder mitgewirkt hat. Selbiger spielt bei einigen der Stücke live übrigens Schlagzeug (!). Die Lieder haben teilweise einen religiösen Charakter, ohne aber mystisch oder dunkel zu klingen. Viele fanden diese CD "ehrlich", aber ich weiß nicht, warum alles Rockige immer ehrlich klingen soll, denn für mich verleugnen Depeche Mode so ihre (elektronischen) Wurzeln. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)