Wem Lou Reed immer etwas zu schräg war und seine oft egozentrischen Texte nicht verstand: Hier ist ein verständlicher historischer Rückblick auf das seltsame Phänomen der Andy Warhol Art- Clique. Die Songs sind äußerst harmonisch und blicken mit Tiefsinn und Gefühl auf die Zeit von 1965-68 zurück. John Cales musikalische und gesangliche Beiträge bringen eine Stimmung, die es seit "Velvet Underground" nicht mehr gab. Wer (zu Recht) die nihilistischen Platten der alten Velvet Underground nicht mögen kann, dem sei diese weise und retrospektive Platte empfohlen, mit einigen Balladen, man kann sie auch seinen Eltern vorspielen. Andy Warhol wird sich vielleicht im Jenseits freuen über die Hommage einiger seiner Anhänger, die zu Lebzeiten wenig Kontakt mit ihm noch hatten, und deren finazielle Querelen mit ihm doch nicht so stark waren als die popsitive Erinnerung an einen Künstler ohne dessen Schirmherrschaft die beiden Stars wohl niemals bekannt geworden wären. Lou Reed zeigt, daß er auch einmal (selten) fähig ist Emotionen zu haben, zu respektieren. Ein schönes Werk. Auch manchmal traurig, wenn mann bedenkt, daß mehr als die Hälfte dieser schwindsüchtigen Aura jung verstarb. z.B. hübsche junge Künstlerinnen und Filmschauspielerinnen wie Edie Sedwick, die das begehrteste Fotomodell in New York 1966 war, oder Ingrid S. Mögen sie ruhen in Frieden und Dank an die beiden Künstler zur Erinnerung an diese seltsame Zeit. Lou Reed und John Cale scheinen auf dieser Platte ihre psychologischen Defekte überwunden zu haben und versuchen sich gekonnt in Gefühlen auszudrücken, für ein durchaus weites Publikum. Lou Reed schie seit der Wanderung zu seiner neuen Plattenfirma mit "New York" eine überraschende und kommerzielle Wendung gemacht zu haben. John Cale klang nie so gut wie hier, finde ich. Respekt. Gruß Thomas