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Neben seinen Qualitäten als guter Katholik, die ihn 1236 zum Abt von St. Médard in Soissons (Frankreich) beförderten, besaß Gautier de Coincy sicherlich eine frohe Natur. Deshalb lobte er Musik und Gesang als die Lieblingsbeschäftigung der Engel: "Last uns wie die Engel Tag und Nacht vor der Heiligen Jungfrau Maria singen. Wer singt, bezaubert sanft den Teufel und schläfert ihn ein." Wie die Engelslieder klingen sollen, demonstriert De Coincy in seinem wichtigsten literarischen Werk,
Le Miracles de Nostre-Dame. Die Lieder basieren hauptsächlich auf französischen Mariengesängen und sind für die Musikwissenschaftler auch deshalb von größter Bedeutung, weil sie zu den frühesten geistlichen Liedern in Volkssprache gehören. Auch musikalisch nehmen sie eine Sonderstellung zwischen Gregorianik und Volksgesang mit Instrumentalbegleitung ein, was in Philipp Picketts Interpretation auf
Songs Of Angels hörbar ist. Seine Version basiert auf den Werken des Mystikers Suso, der etwa 50 Jahre später als De Coincy die Aufführung dieser Lieder beschrieb: Ein(e) Anführer/In singt die Strophe, der Chor wiederholt, ein Rundtanz kommt am Ende. Stilgerecht und mit Hingabe singt das Vokalensemble New London Consort. Sie geben einen glaubhaften Engelschor wider.
--Kleopatra Sofroniou-von Tavel