2003 mag das ein gutes Buch gewesen sein. Obwohl ein Leser auch damals sicher bereits eine klare Sprache, verständliche Beschreibungen und gut belichtete Fotos zu schätzen gewusst hätte. Leider verzichtet der Autor auf alle drei Punkte.
Fangen wir vorne an: Der Autor ist ein alter Hase im Schiffsmodellbau, das will und kann ihm niemand absprechen. Leider schreibt er aber auch wie ein alter Hase. Oft sind die Erläuterungen nicht so geschrieben, dass sie ohne das Modell zu kennen nachvollziehbar sind. Da plaudert ein Seebär aus dem Nähkästchen. Immerhin werden wirklich zahlreiche Sonderfunktionen beschrieben, vom winkenden Seemann über den drehbaren Löschmonitor bis zum (in so einem Buch unverzichtbaren) absetzbaren Tochterboot.
Mir fehlte eine Sortierung der Funktionen. So sind sie zwar mit einer Schwierigkeitseinschätzung versehen, jedoch folgen die einzelnen Beschreibungen keiner erkennbaren Logik. Das kann man verschmerzen, sofern man das Buch nur als Nachschlagewerk nutzt.
So entsteht der Eindruck, dass die einzelnen Umsetzungen bunt zusammengewürfelt sind. Das ist zwar kein Drama, wird aber durch den holprigen Schreibstil und grauenvoll belichtete Schwarz-Weiß-Fotos bestätigt. Wer das verschmerzen kann findet zumindest eine Menge von Anregungen.
Viel besser gefallen hat mir "Sonderfunktionen - perfekt gebaut: Am Beispiel eines Feuerlöschbootes" von Klaus Kolb.