Bei meiner Rezension zu der Aufnahme dieser Stücke durch Henryk Szeryng bedauerte ich, keine Aufnahme von Oistrakh zu haben, die grossen russischen Musikanten mit seinem tiefen Ernst, seinen grossen Strich,seiner tiefen Liebe zur Musik des Johann Sebastian- Doppekkonzert mit seinem Sohn, unvergleich-.
Nun legt Mullova ihre Version vor.
Die Kritikerin Westerhaus ist kritisch:"Aber in den meisten Sätzen wirkt dieses Spiel überartikuliert. Wie auf einer großen Bühne, wo alles übertreiben werden muss, damit es beim Publikum ankommt. Doch es gibt kaum etwas Intimeres als diese Sonaten und Partiten von Bach. Die Struktur wird glasklar, aber man wünscht sich, Mullova hätte die Lehrbücher innerlich zur Seite gelegt und sich von der Musik einfach mitreißen und sie fließen lassen."
Ich kann meine Fascination nicht verbergen, räume aber ein, immer schon ein Fan des Spiels dieser Geigerin gewesen zu sein.
Ihr Ernst erinnert mich an Oistrakh, die unglaubliche Variationsmöglichkeiten mit dem Instrument umzugehen, der kräftige Strich. Anders als die " grosse" Aufnahme von Szeryng wirkt diese nicht statisch, sondern höchst differenziert und dynamisch. Gidon Kremer kommt mir bei einer solchen Spielweise in den Sinn, wobei ich das Spiel der Mullova erfüllter finde, sehr emotional, im Gegensatz zur Kritikerin Westenhaus eben nicht kalkuliert, sondern aufgrund der fabelhaften Technik ganz erfüllt.
Ich räume ein, ich höre ihr Spiel eher mit dem Herzen als mit den Ohren.
Für mich gehört diese Aufnahme zu den unentbehrliche diese grossen Stücke von Bach.