Mit der Violinistin Kim Kashkashian spielte Keith Jarrett 1991 die drei Gambensonaten (zwei viersätzige, eine dreisätzige) von Johann Sebastian Bach ein. Entstanden ist eine mit ca. 38 Minuten Spielzeit zwar recht kurze, aber hübsch anzuhörende CD. Entgegen der Kompositionsvorgabe wird die Gambe durch eine Bratsche ersetzt, was den Klang noch eine Spur weicher gemacht haben dürfte.
Vor allem die Sonaten 2 und 3 in D-Dur bzw. g-Moll sind wunderbar eingängig, während in der ersten G-Dur-Sonate das Anfangs-Adagio etwas arg breiig daherkommt. Die Instrumente sind hervorragend zueinander eingestellt: Die Viola ist nur leicht dominant, während Jarretts Cembalo sich gut zu behaupten weiß. Umgekehrt nimmt die Bratsche dem Cembalo etwas von dessen klanglicher "Härte", sodass insgesamt ein harmonisches Spiel entsteht.
Fazit: eine schöne Matinee-Musik, die aber doch auch stellenweise etwas zu sehr dahinplätschert.