Kurz und knapp zunächst: kaufen, kaufen, kaufen ;-) ...Spannung und blendender Schreibstil machen dieses Buch zu einem superspannenden Leckerbissen. Ich würde es gerne einen "Fantasy-Thriller" taufen.
Michael Siefener hat einen sehr schönen und flüssigen Sprachstil und macht einen Antihelden zur dramatischen Figur, ohne ihn unglaubwürdig zum Helden zu konstruieren. Die Figur Ralf Weiler ist dem Leser einfach sehr nah und angenehm. Seine Emotionen und Irritationen um den verstorbenen und ungeliebten Onkel sind bestens beschrieben.
Eine Passage, die ich sehr schätze ist, als er sich entscheidet, bei Herrn Adolphi einzubrechen. Weil es so hilflos ist... :o( ein Akt der Verzweiflung, wo der Leser mitempfindet, wie er im dunklen Keller eher beklommen denn entschlossen ist. Auch das "Antasten" zwischen der zunächst vorurteilsvollen Lisa Adolphi und Ralf Weiler wirkt sehr gelungen. Man bedenke, dass der Autor irgendwie "die Kurve kriegen muss", dass Lisa in Ralf Weiler keinen Mörder, sondern ein Opfer der Situation sieht. Durch den Mittler in Form des Notar Harders gelingt dies glaubwürdig. Wer misstraut auch schon einem Notar...
Mehr als die bereits beschriebenen Geschehnisse zu verraten, würde den Reiz nehmen. Ich möchte allerdings feststellen, dass die bereits existente "Hoch"spannung auf der Suche nach der antiken Gottheit Somniferus zur "Höchst"spannung wird. Und... ist Jakob Weiler wirklich tot ? Was bezweckt er, sei es tot oder lebend ?
Warum treibt er dieses Spielchen mit Nachrichten in der Form einer hochintelligenten Schnitzeljagd ? Man bemerke, diese immer wieder neuen Botschaften, die Ralf Weiler auf des Rätsels Spuren entdeckt, sind logisch und clever verpackt, um jeden Leser davon abzuhalten, die Nachttischlampe auszuschalten.
Flüssiger Schreibstil und "Höchst"spannung sind die Prädikate von diesem phantastischen Roman aus der Eifel.
Ein Roman der Gattung "Best Of".
Jean-Louis Glineur