Der Roman erzählt die Lebens- und Liebesgeschichte eines 15 jährigen Jungen namens Julian. Und als Parallelgeschichte die seiner Tante Betty, die den Teenager nach dem Tod des Vaters bei sich aufnimmt. Das bewegte Liebesleben der 31-jährigen Betty, die bindungsunfähig von einem Partner zum nächsten schlittert, hat seine dunklen Gründe in der Vergangenheit. Die Verknüpfung von Liebesneigung und Liebesfähigkeit ist psychologisch fundiert und geschickt durchstrukturiert. Olaf Büttners Helden sind Menschen. Menschen mit Fehlern und Schwächen, Menschen, die sich falsch verhalten, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten ...
Es beeindruckt, wie es Olaf Büttner gelingt, sämtliche Fäden schlussendlich zu einem gelungenen Ganzen zu verbinden: Er führt seine Leser zurück in die Familiengeschichte und zeigt auf diese Weise die Ur- und Abgründe der Entwicklung seiner Protagonisten. Seine Figuren bleiben stets glaubwürdig, ihre Handlungsweisen ergeben sich aus ihren (negativen) Erfahrungswerten. Dennoch öffnet Büttner zum Schluss eine Tür: und läßt beide Protagonisten ihren Weg finden.
Das Buch hat übrigens soeben den ersten Preis für den besten deutschaprachigen Liebesroman des Vorjahrs, die DeLiA 2005 gewonnen (gemeinsam mit Kerstin Gier "Ein unmoralisches Sonderangebot")!!