Tim Moeck bringt für den Film jede Menge Verständnis auf, es handelt sich auch ganz sicher nicht um eine freie Interpretation des Themas, sondern um ein dicht am Film orientiertes Buch. Trotzdem muß ich zugeben, daß der Funke bei mir nicht so richtig übergesprungen ist - im Gegensatz zum Film. Vielleicht liegt es an der auktorialen Erzählweise im Präteritum, die eine Distanz zwischen Handlung und Leser aufkommen läßt, die es so im Film nicht geben kann. Aber das ist ein Grundproblem des Mediums "Buch". Die auf Seite 13/14 zu lesende Gebrauchsanweisung des Ruderns war nicht unbedingt notwendig. Nicht ganz klar geworden ist mir auch, woher der Autor den "rothaarigen Studenten" (S. 21) hat und den blonden Jungen auf dem Hollandrad (S. 27, 29) - aus dem Film sicher nicht. Unklar bleibt auch, was die Aussage auf S. 21 soll: "Der Vergleich mit den Körpern anderer Männer interessierte Tobi" etc.: Da wird etwas begründet, was gar keiner Begründung bedarf. Außerdem fällt der Autor mit exakt dieser Passage nahezu mit der Tür ins Haus, denn im Gegensatz dazu läßt Kreuzpaintners Film nur ganz, ganz langsam die Erkenntnis wachsen, daß Tobi schwul und in Achim verliebt ist. Mein Vorschlag: Zuerst den Film ansehen, dann das Buch lesen, nicht umgekehrt.