Sarah Stratford ist eine Meisterin ihres Faches: Als Weddingplanerin macht ihr so schnell keine was vor, denn die von ihr organisierten Hochzeiten versprühen Romantik und Verzückung pur, doch was sie davon in einem Übermaß in ihrem Job versprüht, bleibt in ihrem Privatleben doch ziemlich auf der Strecke. Hat sie den Männern da doch weitestgehend abgeschworen und auch ihre beiden Mitstreiterinnen Bron und Elsa können von einem passenden Herzbuben zunächst nur träumen, doch die passenden Männer lassen nicht lange auf sich warten...
An dieser Stelle möchte ich zunächst mal kurz erwähnen, dass "Sommerküsse voller Sehnsucht" nicht der erste Roman der Autorin für mich ist und ich schon die ein oder andere Bekanntschaft mit einem ihrer gewöhnlich so heimeligen und warmherzigen Schmöker geschlossen habe und dabei durchaus vergnüglich und kurzweilig unterhalten wurde.
So etwas ähnliches habe ich mir hier erhofft und auch gewünscht, doch so ganz konnte mich Katie Fforde mit diesem Buch nicht überzeugen, fehlt der Story samt Romanfiguren doch so das gewisse Etwas, um als prickelnder und spritziger Lesestoff durchzugehen.
Präsentiert wird uns hier ein durchaus netter und leichter Frauenschmöker, der drei Frauen in den Mittelpunkt stellt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Hochzeitstag ihrer Auftraggeber zu einem unvergesslichen Ereignis zu machen und dabei wirklich zur Hochform auflaufen.
Genau genommen haben wir es hier eigentlich mit drei Hauptprotagonistinnen zu tun, die das Geschehen bestimmen und gemeinsam die Projekte Hochzeiten in Angriff nehmen und dabei so richtig schön harmonisch miteinander umgehen und ein absolutes Dream-Team dabei bilden.
Mit Sarah lernen wir hier die eigentliche Wedding-Planerin kennen, die organisatorisch wirklich gut aufgestellt ist und generalstabsmäßig die Hochzeiten anderer Leute auf die Beine stellt und ihr Beruf quasi auch ihre Berufung darstellt. Soweit so gut, doch da hören die Sympathiepunkte bei mir als Leser auch schon auf. Bleiben Sarahs Auftritte doch recht kühl und unnahbar und für solch einen romantischen Job zeigt sie sich doch einen Tick zu zynisch und sarkastisch, um bei mir den Funken überspringen zu lassen.
Deutlich besser aufgelegt bringen sich da ihre beiden Mitstreiterinnen Elsa und Bron ein, die doch ein bisschen mehr Liebenswürdigkeit und Wärme ausstrahlen und deutlich mehr Herzlichkeit an den Tag legen.
Sei es die gute Bron, Friseurin und Stylistin des Damen-Trios, die sich zunächst mal aus einer mehr als unglücklichen Beziehung befreien muss oder die zurückhaltende Elsa, begnadete Schneiderin, die im Verlauf der Story immer selbstbewusster agiert und dank Farbberatung und Tanzstunden regelrecht aufblüht.
Im Großen und Ganzen zeigt sich die Story sicherlich auch ganz nett zu lesen und ich meine, welche nicht romantisch veranlagte Liebesromanleserin liest nicht ab und an ganz gerne etwas über Hochzeiten und deren so aufregende und manchmal abenteuerliche Vorbereitungen? Doch hier hat so die Quintessenz gefehlt und da hätte es gerne ein Tick mehr Romantik und Herzschmerz sein dürfen.
Ein bisschen mehr Tiefgang bei unseren Protagonisten hätte da sicherlich auch einiges wettmachen können und insgesamt hätte da den Damen etwas mehr Schärfe und Kontur gut zu Gesicht gestanden, um die Story lebhafter und schwungvoller zu gestalten. Im Gesamteindruck bleibt das Ganze einen Tick zu nüchtern und analytisch, insbesondere wenn die gute Sarah zu Werke geht und so wenig ihren Gefühlen und Emotionen nachgibt.
Witz und Humor ist hier meiner Meinung nach auch etwas zu selten aufgeblitzt, etwas, das ich persönlich wirklich schmerzlich vermisst habe.
Alls in allem bietet die Lektüre aber ganz solide und gefällig Unterhaltung für zwischendurch, ohne allzu große Nachhaltigkeit auszustrahlen und der so vielversprechende Klappentext und die tolle Kurzbeschreibung nicht so ganz das halten konnte, was uns Lesern so verheißungsvoll in Aussicht gestellt wurde.