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Sommerhaus, später, 2 Cassetten
 
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Sommerhaus, später, 2 Cassetten [Audiobook] [Taschenbuch]

Judith Hermann
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (67 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Der HÖR Verlag DHV (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3895846473
  • ISBN-13: 978-3895846472
  • Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 10,8 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (67 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.143.818 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Judith Hermann
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eine Menge Vorurteile werden mit Judith Hermanns Debütwerk beseitigt: Erstens, es gibt doch gute deutsche Nachwuchsautoren, zweitens, die Gattung der Erzählung ist nicht tot, und drittens, deutsches Schreiben ist per se nicht schwerfällig und grüblerisch, sondern kann, so zeigt Sommerhaus, später, sehr leichtfüßig und virtuos daherkommen.

Die Erzählperson schlüpft in neun Geschichten in verschiedene Rollen und Geschlechter: Mal ist sie Enkelin, mal Geliebte, mal Künstler, mal Zuhörer. Und manchmal auch bloß Erzählerin. So schnell sie eine Intimität zum Leser aufbaut, so schnell endet die Geschichte auch wieder und es beginnt eine neue. Personen treten in das Leben der Protagonisten und gehen wieder, reißen kleine Wunden, die lange schmerzen. Da ist der alte, einsame Mann, der seine Klassikkassetten einem jungen Mädchen schenkt, obwohl sie ihn versetzt; oder Sonja, die wie ein naives Kind in einen Maler verliebt ist und dann wie ein Geist wieder aus seinem Leben verschwindet. Gute und Böse gibt es nicht, nur Unvermögen oder Großzügigkeit.

Hermanns Kunst ist unmittelbar: direkte Rede, reale Vergleiche, detaillierte Wahrnehmung. Und doch bleiben die Erzählungen angenehm unvollständig. Als hätte jemand eine Kamera auf ein paar Personen in Berlin oder New York oder sonstwo gehalten und wieder ausgeblendet. "Du musst lernen zu warten", sagt einer ihrer Protagonisten, "auch auf die kleinen Ereignisse".

Judith Hermann hat für Sommerhaus, später den Förderpreis des Bremer Literaturpreises 1999 erhalten. In der Begründung der Jury heißt es: "Judith Hermann formuliert in atmosphärisch dichter Prosa und mit großer sprachlicher Sicherheit das Lebensgefühl von Menschen, die in Liebe und Angst befangen, das wirkliche Leben verfehlen und das Scheitern der eigenen Lebenspläne mehr melancholisch beobachten als trauernd erleben." --Bettina Albert

Klappentext

Ein fulminantes Debüt, daß Anlaß gibt zu großer Hoffnung. "DIE ZEIT "Wir haben eine neue Autorin bekommen, eine hervorragende Autorin. Das Buch der Judith Hermann hat mich tief berührt. Ihr Erfolg wird groß sein." Marcel Reich-Ranicki im LITERARISCHEN QUARTETT.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von P.Hastings TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Judith Hermann ist eine Autorin, welche die Rezensenten in zwei Lager teilt. Die einen überschlagen sich vor Begeisterung, die anderen finden in den Geschichten nichts anderes als größtmögliche Langeweile und Leere.

Wer sich die Bilder der Schriftstellerin anschaut, wie sie meist still in sich versunken und mit einem gewissen gelangweilten, vielleichtg sogar ins Leere gehendem Blick in die Kamera schaut, könnte ahnen, dass es sich hier um einen Menschen handelt, dem der Literaturbetrieb insgesamt irgendwie nebensächlich ist. Um aber hinter das Geheimnis, den speziellen Klang von Judith Hermanns Geschichten zu kommen, sollte man sich die Mühe machen, sich mit der Autorin selbst beschäftigen.

Nachdem ich "Nichts als Gespenster" gelesen hatte, von "Sommerhaus, später" manche Geschichten kenne, aber nicht alle, und nun nach vielen Jahren "Alice" las, hatte ich folgendes Gefühl: Die Autorin steht dem ganzen Literaturbetrieb mit einem sehr gesunden Abstand gegenüber. Sie macht den Hype, diesen ganzen Zirkus, der um ihre Art zu schreiben veranstaltet wird, nicht mit, unterwirft sich keinen Regeln, keinen den Buchmarkt beherrschenden Besonderheiten, sondern bleibt wie sie ist. Eine zurückhaltende, stille, vielleicht sogar schüchterne Frau, die nur ihre Geschichten schreiben will, nichts anderes, als das, und der es letztendlich egal ist, was die Kritiker darüber denken mögen.

Im vergangenen Jahr hatte ich das Glück, Judith Hermann bei einer Lesung zu erleben, und auch mit ihr zu sprechen. Sie ist genau so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Still, mit Abstand zu ihren eigenen Texten, die sie geschrieben hat, weil sie aus ihr herauswollten.

Die Lesung wurde von einer Moderatorin begleitet, die versuchte, im Interview-Stil Geheimnisse aus Judith Hermann heraus zu kitzeln und Fragen stellte, die das Publikum eigentlich nur nervten. Das Frage/Antwort-Spiel geriet beinahe zur Farce, weil sich die Fragerin nicht von ihrem Konzept abbringen lassen wollte, obwohl es durchaus Sinn gemacht hätte, spontan auf dieses Konzept zu verzichten.

Denn Judith Hermann kann auch erzählen, kann das Publikum unterhalten, ohne eine Frage nach der anderen abarbeiten zu müssen. Beinahe belustigt erzählte sie von der Schublade der "Fräulein-Wunder", in die sie nach "Sommerhaus, später" gesteckt wurde. Nebenbei berichtete sie dem Publikum von ihren Protagonisten, von der Art, wie und warum sie schreibt, und zwar genau so, wie ich glaubte, dass sie nach der Art ihrer Geschichten sein müsste: Sie schreibt, weil sie das Bedürfnis hat, zu schreiben. Sie sucht sich ihre Themen selbst, tritt lieber ein paar Schritte zurück, als sich vom Literaturbetrieb vereinnahmen zu lassen. Ihre Texte sind deshalb so still, so unter die Haut gehend, weil sie von Kleinigkeiten berichten, von Dingen, die im Alltag kaum noch wahrgenommen werden, weil sie keine großen Abenteuer sind, sondern in der Hektik und Ruhelosigkeit der heutigen Zeit beinahe untergehen.

Judith Hermanns Texte entstehen nicht in Fließbandproduktion, und das macht sich in jeder Zeile bemerkbar. Und macht die Autorin, die ohne jegliche Starallüren auskommt, sympatisch. Judith Hermann ist ein ganz normaler Mensch, eine stille Person, der die hymnischen Kritiken aus ihren Werken, die bisher in großem Abstand voneinander erschienen, beinahe peinlich sind.

Was sagte sie mir noch? Ihre Personen, die sie in den Geschichten einfließen lässt, entwickeln ihr Eigenleben. Sie muss sie nur darin umhergehen lassen, ihnen Freiheit geben, das zu tun, was sie tun wollen.

Genau dies macht den Zauber aller Geschichten von Judith Hermann aus. Keine übermäßige Aktion, kein herbeigeschriebener Wortwitz, keine Schenkelklopfer, sondern Protagonisten mit einer gewissen Nachdenklichkeit, manchmal auch Behäbigkeit, die in der heutigen Zeit irgendwie gemächlich gegen den Strom schwimmen, aber dennoch eine ungeheure innere Kraft besitzen.

Wer den Mensch, den Schöpfer kennt, der hinter den Geschichten steckt, weiß, dass Judith Hermann kaum anders schreiben kann, und in Zukunft wohl kaum anders schreiben wird. Das nächste Buch wird wohl wieder Jahre auf sich warten lassen, die Kritiker werden nach Erklärungen für die lange Wartezeit suchen, und die Leser erneut in einen Zwiespalt bringen: Ist das nun höchste Literatur, oder einfach nur langweilig, weil so wenig geschieht?

Judith Hermann zwingt, in der heutigen, so hektischen Zeit innezuhalten. Eine Kunst, auf die sich nicht jeder Leser einlassen will. Die Differenz zwischen hochlobenden und gelangweilten Rezensenten lässt sich auf diese Art sehr einfach erklären.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Was wäre wenn die junge Autorin, vielleicht augrund perfekter Beziehungen?, nicht so hoch in den Himmel gelobt worden wäre? Wäre das Buch, auch ohne die Weihe von Hellmuth Karasek und Marcel Reich-Ranicki ebenfalls wochenlang auf dem ersten Platz der Bestsellerlisten gestanden?

Zugegeben, Hermanns bilderhafter, sensibler Erzählstil und ihr Gespür für Menschen und Atmosphären sind wirklich gelungen. Doch das kann man von einer Autorin der gehobeneren Unterhaltungsliteratur auch erwarten. Der Inhalt des Buches ist äußerst fragwürdig. Das soll (nach Karasek) "Der Sound einer neuen Generation" sein? Ich bin froh, dass andere junge Autoren bewiesen haben, dass das nicht so ist!

Die Protogonisten der Kurzgeschichten haben allesamt keine individuellen Charakterzüge. Sie leben in einer ungeordneten, chaotischen (urbanen) Gesellschaft, konsumieren maßlos Alkohol und Drogen und entstammen entweder dem Künstlerkreis, sind obdachlos oder leben anderweitig ohne Sinn und ohne Aufgabe vor sich her.
Keiner von ihnen lebt im Einklang mit der Welt, allen ist ein vollkommenes Fehlen von Emotionen, ein teilnahmsloses "Absitzen der Lebenszeit" gemein.
Ausnahmslos alle Figuren wirken unwirklich, ihre unreflektierten Eindrücke werden beinahe wortlos widergegeben. Die Geschichten setzten mitten im Geschehen ein und enden wieder, ohne dass es innerhalb des Handlungsverlaufs zu einer Entwicklung gekommen wäre. Die Beobachtung der Figuren erzeugt Leerstellen, die vom Leser ausgefüllt werden müssen; nie werden die Empfindungen der Protagonisten dargestellt, nie erklären sich die Figuren selbst - sie handeln im Jetzt, doch alle in gleicher Weise.

In dem Buch, das neun bedrückende Kurzgeschichten enthält, die sich alle, obwohl sie an verschiedenen Orten spielen und verschiedene Figuren als Protagonisten agieren, ähneln, gibt es eine, die besonders durch ihre feinfühlige und sensible Erzählweise auffällt: "Sonja", doch leider auch eine, die so inhaltslos und fremd wirkt, wie ich noch keine zweite davor gelesen habe: "Hurrikan (Something farewell)".

Das gesamte Buch hinterlässt nur ein Gefühl: psychische Schwere.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Der blaue Stempel „Mängelexemplar" auf der oberen oder unteren Kante eines Buches ist für mich die Aufforderung, über meinen literarischen Horizont zu springen. So landete ich bei „Sommerhaus später". Ein Euro schien mir gerade noch angemessen für ein Buch, über das Hellmuth Karasek auf dem Klappentext schreibt: „Der Sound einer neuen Generation". „Sommerhaus später" klingt nicht wie die neusten polyphonen Klingeltöne aus dem Jamba-Sparabo. Eher wie ein Album mit melancholischen Balladen. Vielleicht Morrisey oder „The Church". Es fühlt sich an, wie eine erstklassige Popballade. Allerdings zu langsam abgespielt. Trotzdem hab ich gerne hingehört.

Judith Hermann schreibt stilistisch auf hohem Niveau. Aber ich verstehe nicht, worüber. Mal abgesehen davon, dass alle - junge Frauen, junge Männer, alte Frauen, alte Männer - einsam sind, ihre Hoffnungen beerdigen und von einem Tief ins nächste stürzen. Dabei blieb mir der eigentliche „Sinn" der Geschichten verschlossen. Sie wirken wie ein kryptischer Videoclip.
Tatsächlich konnte mir jede der neun Kurzgeschichten wie einen Film vorstellen. Allerdings einen, bei dem man den Ton ausgedreht hat. Filme riechen sowieso nicht und spüren kann man sie auch nicht. Genauso wenig wie die Geschichten in Sommerhaus später: Sie sehen nur aus, wirken deswegen sehr ätherisch.

Beim Lesen wünschte ich mir vor allem mehr Tempo und etwas mehr „Erdigkeit". Sollte „Sommerhaus später" wirklich der „Sound einer neuen Generation" sein, dann dürften auf Bingo-Abenden mehr los sein, als in jedem Großstadtclub.
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