Das "Sommerbuch" kam für mich sehr überraschend. Erst spät, als Erwachsener und damit eher in der Vorleser- denn in der Leserrolle, habe ich die Mumins entdeckt und liebgewonnen, diese quietschfidelen, aber keinesfalls dauergrinsenden Trolle aus Janssons Phantasia. Mit dem Sommerbuch kehrt sie auf die Erde zurück und lässt ein eigenartiges Paar sommerliche Inselgeschichten erleben. Die kleine Sophia und ihre Großmutter durchstreifen das Eiland in den finnischen Schären und haben dort meist gemeinsam, aber auch allein, magische Momente. Das Haus in dem sie wohnen und insbesondere das Gästezimmer, das Wetter, die Pflanzen, Fundstücke am Strand, eigenbrödlerische Nachbarn und Touristen sind ihnen während der Sommerferien die Welt. Tove Jansson Schreiben ist ihre künstlerische Herkunft anzumerken. Sie beobachtet die Umwelt genau, manchmal schon ans Überreizte grenzend, findet vorher nie gelesene sprachliche Bilder und verleiht beiden Figuren starke Charaktere. Ich las das Sommerbuch auf einem Segeltörn auf der Ostsee, und weil es so schön war, und man beim Segeln eine Menge Zeit hat, las ich es gleich nochmal. Absolut empfehlenswert.