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Muttersöhnchen Frank wird entführt und muss nun nach Marokko anstatt mal eben zu Ikea fahren...
Blickpunkt: Film
Auf den vergangenen Hofer Filmtagen erwies sich 'SommerHundeSöhne' als Publikumsrenner. In seinem Spielfilmdebüt lässt Regisseur und Koautor Cyril Tuschi ein Muttersöhnchen und einen Macho aufeinandertreffen, schickt sie im Wohnmobil von Deutschland nach Marokko. Was formal als schräges, komisches Road Movie beginnt, entpuppt sich rasch als frischer, mutiger Erstling, der die Selbstfindung seiner beiden gegensätzlichen Protagonisten einfühlsam nachvollzieht.
Ein Wohnmobil, geparkt vor IKEA. Darin sitzt ein junger Mann: Frank. Der Stutzer wartet auf Mama und (Stief-)Papa. Kaut inbrünstig auf einem Bounty-Riegel herum. Langweilt sich. Rutscht hinters Steuer. Und fährt prompt Marcs Motorrad über den Haufen. Marc, einen ganzen Kopf größer als Frank, ist außer sich. Das kantige Gesicht verzerrt vor Wut. Weil sein geliebtes Zweirad kaputt ist. Weil er glaubt, im Streit jemanden getötet zu haben. Weil die Polizei vermutlich schon hinter ihm her ist. Also verfrachtet er das Motorrad kurzerhand ins Wohnmobil, den verdutzten Frank auf den Beifahrersitz und schon geht's ab nach Marokko. Zum (verhassten) Vater, den er ewig nicht gesehen hat.
Zwei, drei Einstellungen, wenige Worte, ein paar Schnitte und schon ist man mitten drin in diesem versponnenen Abenteuertrip, dieser inneren und äußeren Reise, die Spielfilmdebütant Cyril Tuschi, Jahrgang 1969, mit leichter Hand inszeniert hat. Bewährte Kino-Urtypen, das Muttersöhnchen - Fabian Busch aus 'Liegen lernen'-, das entfernt an den jungen Bud Cort aus 'Harold und Maud' erinnert, und der großspurige Macho - Stipe Erceg aus 'Die fetten Jahre sind vorbei' -, der zuhaut, bevor er fragt, treffen aufeinander. Reisen miteinander. Von Berlin nach Tanger via Frankreich und Spanien. Lernen voneinander. Weil's Geld fehlt, muss stets 'improvisiert' werden. Learning by doing. Dazwischen jede Menge schräge Typen. Etwa Pauli (Martin Clausen), der durchgeknallte Sammler zivilisatorischen Treibguts, Luis (Fernando Rebollo), der freundliche Schafhirte, oder die rätselhafte Sirene Ilvy (Lilja Löffler), an die Frank Unschuld und Herz verliert.
Weggehen, um anzukommen, wie eigentlich bei allen Road Movies, heißt es hier. Die Bewegung, die das Kino charakterisiert, charakterisiert auch Frank und Marc. Einmal grob skizziert, driften sie fortan von Ort zu Ort. Landen außerhalb der Saison in Touristenhochburgen an menschenleeren Stränden, in aufgelassenen (Italo-)Western-Geisterstädten und schließlich in der Altstadt von Tanger, bei Marcs Vater - Paul Bowles lässt grüßen. Derweilen schalten Hühner Scheinwerfer an und aus und jagen Lasso-schwingende Cowboys dem Wohnmobil hinterher. Mag es Haken und Lücken im Erzählfluss geben, stimmt es manchmal mit Timing und dramaturgischer Stringenz nicht ganz, machen der Mut zur Phantasie, der überraschende Schnitt und die geradezu überbordende Ideenfülle dies alles wett. Während man mit Freude den überragenden Darstellern Busch und Erceg bei der Arbeit zusieht. Hoffentlich ist 'SommerHundeSöhne' eine lange Kinoreise vergönnt. geh.
Ein Wohnmobil, geparkt vor IKEA. Darin sitzt ein junger Mann: Frank. Der Stutzer wartet auf Mama und (Stief-)Papa. Kaut inbrünstig auf einem Bounty-Riegel herum. Langweilt sich. Rutscht hinters Steuer. Und fährt prompt Marcs Motorrad über den Haufen. Marc, einen ganzen Kopf größer als Frank, ist außer sich. Das kantige Gesicht verzerrt vor Wut. Weil sein geliebtes Zweirad kaputt ist. Weil er glaubt, im Streit jemanden getötet zu haben. Weil die Polizei vermutlich schon hinter ihm her ist. Also verfrachtet er das Motorrad kurzerhand ins Wohnmobil, den verdutzten Frank auf den Beifahrersitz und schon geht's ab nach Marokko. Zum (verhassten) Vater, den er ewig nicht gesehen hat.
Zwei, drei Einstellungen, wenige Worte, ein paar Schnitte und schon ist man mitten drin in diesem versponnenen Abenteuertrip, dieser inneren und äußeren Reise, die Spielfilmdebütant Cyril Tuschi, Jahrgang 1969, mit leichter Hand inszeniert hat. Bewährte Kino-Urtypen, das Muttersöhnchen - Fabian Busch aus 'Liegen lernen'-, das entfernt an den jungen Bud Cort aus 'Harold und Maud' erinnert, und der großspurige Macho - Stipe Erceg aus 'Die fetten Jahre sind vorbei' -, der zuhaut, bevor er fragt, treffen aufeinander. Reisen miteinander. Von Berlin nach Tanger via Frankreich und Spanien. Lernen voneinander. Weil's Geld fehlt, muss stets 'improvisiert' werden. Learning by doing. Dazwischen jede Menge schräge Typen. Etwa Pauli (Martin Clausen), der durchgeknallte Sammler zivilisatorischen Treibguts, Luis (Fernando Rebollo), der freundliche Schafhirte, oder die rätselhafte Sirene Ilvy (Lilja Löffler), an die Frank Unschuld und Herz verliert.
Weggehen, um anzukommen, wie eigentlich bei allen Road Movies, heißt es hier. Die Bewegung, die das Kino charakterisiert, charakterisiert auch Frank und Marc. Einmal grob skizziert, driften sie fortan von Ort zu Ort. Landen außerhalb der Saison in Touristenhochburgen an menschenleeren Stränden, in aufgelassenen (Italo-)Western-Geisterstädten und schließlich in der Altstadt von Tanger, bei Marcs Vater - Paul Bowles lässt grüßen. Derweilen schalten Hühner Scheinwerfer an und aus und jagen Lasso-schwingende Cowboys dem Wohnmobil hinterher. Mag es Haken und Lücken im Erzählfluss geben, stimmt es manchmal mit Timing und dramaturgischer Stringenz nicht ganz, machen der Mut zur Phantasie, der überraschende Schnitt und die geradezu überbordende Ideenfülle dies alles wett. Während man mit Freude den überragenden Darstellern Busch und Erceg bei der Arbeit zusieht. Hoffentlich ist 'SommerHundeSöhne' eine lange Kinoreise vergönnt. geh.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Muttersöhnchen Frank wird entführt und muss nun nach Marokko anstatt mal eben zu Ikea fahren...
Kurzbeschreibung
Der Zufall bringt zwei junge Männer zusammen, die verschiedener nicht sein könnten: Marc ist ein impulsiver Macho, der sich vom Leben nimmt, was er kriegen kann, und Frank ein infantiler Träumer, der an Mutters Schürzenzipfel hängt und allein kaum lebensfähig ist. Als Marc ihn halb kidnappt und halb zur Flucht verführt, wird er zum ersten Mal aus seiner Welt gerissen. Die Devise lautet: weg von Deutschland und Marokko entgegen!
Produktbeschreibungen
Deutschland Edition, PAL/Region 2 DVD: TON: Deutsch ( Dolby Digital 2.0 ), Englisch ( Untertitel ), WIDESCREEN (1.85:1), BONUSMATERIAL: Bilden Von, Biographien, Foto-Galerie, Gelöschte Szenen, Kommentar, Wechselwirkendes Menü, SYNOPSIS: When mom still runs your life, when you're old enough to leave home but don't only a miracle can save you. Or an outlaw. Meet Frankie and Marc, mama's boy and devil, two guys with nothing in common except their refusal to grow up. Marc thinks he's killed someone and has to flee. He steals a camper, along with Frankie in it. Destination: Tangiers, Morocco. Almost imperceptibly, they begin to experience slight changes in temperature and mind with each passing kilometer. Frankie starts trusting Marc, whose toughness hides a vulnerable core and a son in search of his father. Soon they're joined by the angelic Ilvy... ...Slight Changes In Temperature And Mind ( SommerHundeSöhne ) ( Sommer Hunde Söhne )