Dieses Buch wird völlig unterschätzt. Die beiden abgedruckten Geschichten sind zutiefst wesensverwandt, so daß die Schicksale von Rebekka und Virginia miteinander auf geheimnisvolle Weise miteinander verwoben erscheinen. Beide verbindet ein geheimnisvolles geistiges Band, nämlich die Liebe, die den Tod überdauert. Ist es im Falle von "Sommer am Meer" die alte Jugendliebe Eustace Philips, die den Tod vergessen macht, ist es in "Stürmische Begegnung" der liebe Kreis der Familie, die zu Rebecca gehören ("und ihr doch fremd sind") und sie in ihre Arme schließen! Die eigentliche Dramatik besteht also in der immerwährenden Konfrontation von Liebe und Tod. Die richtige Lektüre für einen stürmischen Sommer am Meer, bei dem man meinen könnte, das Meer auf der Veranda zu riechen! Gibt es etwas schöneres? Leider wird das ordinäre pink-farbene Titelbild weder dem ungeheuren Tiefgang noch der geschilderten Farbenpracht gerecht (im übrigen traut man sich kaum, das Buch in der Strassenbahn zu lesen, ohne die mitleidigen Blicke der übrigen Fahrgäste zu erregen). Dafür wird man durch den günstigen Preis entschädigt. Ich liebe dieses Buch (aber nicht so sehr wie die Muschelsucher im Herbst).