Ich denke, die zum Teil doch kritischen Renzensionen liegen vor allem darin begründet, dass viele mit falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen sind.
So auch ich. Anfangs zumindest :-)
Trotzdem, "anders" muß nicht gleichbedeutend mit "schlecht" sein, was die Tetralogie in meinen Augen eindrucksvoll unter Beweis stellt. Sicher, man muß sich auf diese Welt einlassen, das Setting aber auch der Schreibstil des Autors ist so anders, als das sonst übliche im Genre. Am ehesten noch mit "Der Krieg der Propheten" zu vergleichen - hier wie dort tief durchzogen von phliosophischen, klugen Fragen über das Leben an sich. Das kann man mögen oder nicht.
Eine Chance sollte man dem Buch nichtsdestotrotz geben, langweilig ist es deswegen nämlich noch lange nicht. Intrigen spannen sich über alle 4 Bände, und nun endlich, nach dem vierten und abschließenden Band "Frühjahr der Vergeltung" kann ich sagen das dem Autor etwas gelungen ist, was vor ihm nur selten gelang. Ich bin tief berührt. Von der großen Menschlichkeit, den zerissenen Personen, die nie Abziehbildern glichen (wie so oft in anderem Fantasieromanen).
Eine angenehme Melancholie und Traurigkeit liegt über den Büchern, "böse" und "gut" verschwimmen und sind schlußendlich nur eine Frage des eigenen Standpunktes.
Viele Bücher unterhalten blendend, manche stimmen nachdenklich. Aber nur einige, wenige schaffen das Kunstück beides miteinander zu vereinen.
Dieses ist eines davon.