Im Original ist der Roman "Sommer der Nacht" seit langem zwiegespalten zwischen Fans und Hassern, ich persönlich hatte vor dieser Neuauflage weder von Autor noch von dem Buch etwas gehört und wurde durch einen Freund darauf aufmerksam - glücklicherweise! Mit Stephen King mag ich die Story gar nicht vergleichen, da ich ihn selten lese und ging daher auch eher neutral gestimmt ans Lesen.
Zu Beginn der Sommerferien des Jahres 1960 beginnen seltsame Ereignisse, die Kleinstadt Elm Haven heimzusuchen . . . Menschen verschwinden oder verändern sich auf mysteriöse Weise . . . ein Killertruck bedroht die Straßen . . . Grund genug für ein paar Freunde, der Sache nachzugehen. Schnell stoßen sie auf eine Verbindung zu der gerade geschlossenen Schule Old Central und ehe sie es sich versehen, beginnt eine gnadenlose Jagd auf sie - doch wer oder was steckt dahinter?
Für mich war "Sommer der Nacht" ein purer Lesegenuss und einer der besten Horror-Thriller seit langem. Beinahe verwunderlich, denn für eine lange Zeit erfährt man nicht wirklich, was dort vor sich geht - doch ein unheimlicher Vorfall jagt das nächste und erhöht das Gänsehaut-Feeling rapide, ehe sich schließlich die Ereignisse überschlagen.
ACHTUNG SPOILER
Nachdem die eher gruseligen Episoden langsam von Action-Sequenzen überholt werden, folgt der fulminante Countdown in Old Central. Leider war ich hier etwas enttäuscht - die Spannung ließ zwar keineswegs nach, doch richtig befriedigend geklärt wurde das ganze Trara um den seltsamen "Meister", der im Glockenturm hängt, meiner Meinung nach keineswegs. Nach all den Recherchen der Jungs über die Boggia-Glocke und die Osiris-Bildsäure (meiner Meinung nach geniale Einfälle) erwartete ich eher eine Art fanatischen Sektenkult mit übersinnlichen Fähigkeiten als eine dürftige Alien-Variante, deren Ursprung nicht näher erläutert wird. Schade! Ein mir zu offenes Ende einer solchen Geschichte.
Trotzdem gebe ich fünf Sterne, da weder Lesevergnügen noch Spannung in irgendeiner Form nachlassen und im Gegensatz zu King, bei dem langatmige Passagen zum Repertoire gehören, liest sich "Sommer der Nacht" von Anfang bis Ende flüssig und verzichtet auf pervers-brutal dargestellte Blutgemetzel und überflüssige Sex-Szenen, Faktoren, die mich allesamt bei King immer wieder vom Lesen abhalten.
Für Freunde des Horror-Genres ein Genuss!