Und wieder stehe ich vor der schweren Aufgabe ein Review zu einem Album der großen Powermetaller Blind Guardian zu schreiben. Wie beginne ich also. Naja vielleicht ist ja so ganz gut:
Mit Somewhere Far Beyond endete die zweite Phase der Band in ihrer Perfektion. Tales From The Twilight World läutete das ganze ein, Somewhere Far Beyond beendet das ganze wieder. Für manche wird wohl das legendäre IFTOS Album auch noch zu dieser Epoche gehören, doch teile ich diese Meinung nicht. IFTOS war etwas Neues und für mich der Einklang in die neue Ära. Aber dies an anderer Stelle zu einem anderen Zeitpunkt.
Zeit, was ist Zeit (oder: Zeit was Zeit ist ;-)) ist die erste Frage die auf dem Album aufkommt. Der Opener mit einem Akustischen Intro, zeigt sofort die Richtung die auf dem Silberling gewählt wird. Noch viel vom harten und speedigen ist geblieben und doch mischt sich immer wieder diese wundersame Melodie hinein. Die Mischung macht es aus. Der Refrain mit viel Harmonie und background Stimmen, hier hört man sofort heraus, woraus sich später einmal der Chor entwickelte, doch nie vergisst man die Wurzeln, schneller Gesang, schnelle Gitarren und immer die mehr als gute Drum arbeit von Thomen, als Tempomacher.
„Journey Through The Dark" lässt das ganze nicht abreisen, im Gegenteil, schürt das Feuer weiter, legt sogar noch ne Spur nach und hat wiederum einen sehr schönen Chorus.
Nach diesen zwei Krachern kommt die erste Verschnaufpause auf dem Langeisen. „Black Chamber" ist eine Art Zwischenstück, die alleine von Hansi geschrieben und auch hauptsächlich auf dessen Stimme verweist. Lediglich eine zarte Klavierbegleitung unterstützt die Stimme des Ausnahmesängers. Sehr schönes Stück, gefiel mir zwar erst nach einigen hören, jedoch jetzt umso besser.
„Theater Of Pain" kommt wieder etwas mehr Tempo rein, jedoch nicht so wie bei den beiden ersten Tracks. Hier wird noch mehr auf Melodie und Harmonie geachtet und hört auch schon orchestrale Einflüsse wie sie später gang und gebe wurden bei den Gardinen. Sehr genialer Track, der einfach sehr gut rüberkommt, dass der Refrain wunderschön ist, glaube ich brauch ich gar nicht erst sonderlich zu betonen.
In Zusammenarbeit mit dem Ex-Helloween Frontmann Kai Hansen gelang dann ein weiteres Meisterstück. „The Quest For Tanelorn" wurde es genannt, und vermischte gekonnt eine Ballade mit einem schnellen und kraftvollen Powermetal Song. Zum Genuss von Kais Stimme kommen wir jedoch diesmal nicht, er übernimmt nur ein Solo, zeigt jedoch dass er es mit der Gitarre auch sehr gut drauf hat.
„Ashes To Ashes" war bei mir eher ein Spätzünder, doch dann zündete er einen kleinen Supergau. Der Song hat es in sich, weiß mit Speed, mit Power und einem genialen Hansi zu überzeugen, der sich abwechselnd mit dem Background beinahe ein Duell liefert. Perfekt inszeniert das ganze, ein Highlight auf einem Album voller solcher.
„Now you all know... The Bards and there Songs" wer kennt diese Zeilen nicht? (wer sich jetzt angesprochen fühlt, sollte sich für 5 Minuten in die Ecke stellen, schämen und dann erst weiter lesen). Der „Bard's Song - In The Forest" ist ja schlichtweg DER Klassiker der Krefelder Jungs. Viel mehr als einfach nur wunderbar und Mitsingstimmung pur brauch ich glaub ich kaum zu sagen.
„The Bard's Song - The Hobbit" ist steht dem „großen Bruder" aber um nichts nach finde ich. Ist eben etwas schneller und etwas kraftvoller geraten, aber trotzdem sehr schön, hat diesen irischen Touch, den auch „In The Forest" so genial macht. Also auch der nächste geniale Song auf der Platte.
So wenn man schon bei irgendeinem Lied vorschalten muss, dann kommt jetzt die Gelegenheit. „The Piper's Calling" ist zwar auf keinen Fall schlecht, doch passt es nicht wirklich 100 %ig in das restliche Ambiente. Eben ein Instrumental (von Dudelsäcken ^^), ist nicht jedermanns Sache, mir gefällts, aber ich könnte mir am ehesten vorstellen, wenn nicht.
Der Titeltrack sprengt dann noch mal alles und ist jenseits von gut und böse, erhaben wie ein König. Genial beschreibt es wahrscheinlich annähernd, wenn auch nicht ganz. Wer jetzt vielleicht schon auf ein erstes größeres Zitat gewartet hat, hier ist eines vom für mich mit den besten Lyrics dieses Albums ausgestatteten Song:
„I am the narrator
And now I'll tell you
Where I've been
And what I saw
And how it ends"
Gänsehaut pur. 7:30 min reine Freude auf eine CD gepresst.
Somit endet die Reguläre CD, doch der Hörgenuss ist doch noch nicht vorbei. 3 (!!!) Bonustracks warten darauf angehört zu werden.
Angefangen mit „Spread Your Wings" einem Cover der Bombastengruppe Queen. Zur Debatte stand ja neben diesem Song auch „Don't Stop Me Now" (was mir persönlich noch mehr zugesagt hätte, aber da dies gesanglich anscheinend zu aufwendig und nicht in der selben Liga spielte, wurde es dann eben dieser Song, was mich ja nicht stören soll). Im Gegenteil wurde dieser Song unglaublich, man sollte ihn zwar abseits der CD betrachten aber dann find ich dieses Cover einfach nur gewaltig und es schlägt das Original (was bei Queen sehr schwer ist) doch um einiges.
Trial By Fire wiederum ein sehr geiler Song, viel mehr ist dazu nicht zu sagen (zugegeben: ich weiß auch nicht viel mehr darüber ^^).
Auch die Orchester Version des Songs „Theater Of Pain" kommt dann noch einmal sehr schön rüber, fast schöner als das Original, aber nur fast und somit endet dieses Meisterstück der gottgleichen Powermetaller.
Fazit:
Ein Blind Guardian übliches Album. Ohne jemals langweilig zu werden versteht es das Songwriter Duo Kürsch/Olbrich perfekt Power Metal mit Speed Metal zu vermischen und daraus einen traumhaften Song zu schreiben. Auf dieser Platte gönnen sie uns davon 10 (+3), die durchgehend ein reiner Hörgenuss sind. Für alle Guardian Fans ein Muss, für Metaller ein Soll und für alles andere ein sehr zu empfehlendes Werk, dass ich nur wärmstens ans Herz legen kann. GENIAL.
Bewertung:
Produktion: 10/10
Wiederspielwert: 10/10
Innovation: 10/10
Abwechslung: 10/10
Gesamt: 10/10 (bei Blind Guardian - wie könnte es auch anders sein?)