George Harrison präsentiert uns mit Somewhere in England ein sehr abwechslungsreiches, mit schönen Melodien und tollen Riffs ausgestattetes, für ihn typisches und gutes Album. Obwohl bis auf All those years ago der große Hit fehlt, überzeugen dennoch alle Lieder durch eingängige Melodien, teilweise ausgefallene Rhythmen, ausgefeilte instrumentale Arrangments mit einem Wiedererkennungswert. Alle Lieder haben auch diese bestimmten Songzeilen und Momente dabei, die einen den Song immer wieder anhören lassen und den Song, wenn er auch mal nicht George's bester ist, interesant machen und zeigen, dass Harrison zu den besten und melodiösesten Songwritern aller Zeiten gehört. Wie auch bei Gone Troppo und Thirty 1&3 hat Somewhere in England eine postive und fröhliche Ausstrahlung, bei dem George's Gesang auch immer ein bisschen ironisch klingt und er auch ein bisschen diese 80er Jahre mit auf's Korn nehmen will. Der Klassiker des Albums ist wie bereits erwähnt All those years ago, ein flotter Song mit bluesigem Keyboard und Synthezisern, der sich mit John lennon's zu frühen Tod auseinandersetzt. Die ersten beiden Song Blood from a clone und Unconsciousness rules sind launemachende Tanzsongs, Life itself eine sehr melodiöse Ballade an Gott. Die Stimmung bei Baltimore Oriole erinnert mich an Mafiafilme, die in einem verruchten Stadtteil Amerikas in den 20er und 30er Jahre spielen. Teardrops ist ein flott-poppiger Song wie etwa Wake up my love von Gone Troppo. That which I have lost und Writing's on the wall sind Stücke mittleren Tempos, die immer wieder durch gelungene Passagen brillieren und mit tollen bluesigen Elementen aufwarten. Ebenso der lustige und mit mehreren Melodien gespickte Hong Kong Blues, der Blues mit asiatischen Einflüssen vermischt. Save the world ist ein sozialkritischer Song, der schlechten Umgang der Regierungen mit der Umwelt anprangert, verpackt einen fetzigen Song. George fasziniert wieder mit tollem Slide-Gitarrenspiel. Wie immer prominente Unterstützung: Ray Cooper, Jim Keltner, Ringo (drums), Gary Brooker, Al Kooper (keyboards, synthezisers), Herby Flowers (bass) und viele mehr. Ein sehr gutes Album, das vielleicht beim ersten Anhören ein wenig enttäuscht, aber von Mal zu Mal besser wird. Obwohl der Klassiker fehlt, sind alle Lieder stark.