Hätte mir irgendjemand vorab erzählt, wieviele unterschiedliche Stile auf diesem sechsten Album von Natacha Atlas zu hören sind, wäre ich wohl mit sehr viel Skepsis an diese musikalische Reise um die Welt herangegangen.
So aber habe ich mich ganz unbefangen auf "Something Dangerous" eingelassen und bin -unter anderem- von der stilistischen Vielfalt begeistert!!
Es beginnt ungewöhnlich ruhig mit einem melancholischen Wiegenlied und dem Prager Symphonieorchester. Jeder weitere Titel wartet mit einer neuen Überraschung auf: Jamaikanische Ride-the-Riddim-Grooves, R&B, ein orientalisch gefärbtes Duett im Stil indischer Bollywoodfilme, rockiger Drum 'n' Bass, mexikanische Fandango-(?)-Klänge, allein durch die Trompetensätze hitverdächtig... - und mitunter klingt es so, als hätte Natacha Atlas das gebracht, was man eigentlich von Massive Attack erwartet hatte: Kraftvolle, komprimiert-rockige Tracks wie z.B. >Layali< und -noch deutlicher:- >Daymalhum<.
Der trotz stilistischer Vielfalt stets deutlich arabisch-orientalische Gesang kommt ebenso entspannt wie auch filigran daher und vermittelt ein Gefühl von Wärme und Wehmut.
Bei einer Spielzeit von 72 Minuten ist es verzeihlich, dass vier von vierzehn Titeln relativ schwach ausfallen (>Who's My Baby<, >When I Close My Eyes<, >This Realm< und >Like The Last Drop<). Alles was sonst zu hören ist, ist in jeder Hinsicht brillant: Die Reihenfolge der Titel, die Sounds und Samples - selbst die als Kommentar zu der gegenwärtigen Kriegshysterie absolut passende Coverversion von James Browns >Man's Worls<.
"Something Dangerous" hat ein enormes Hitpotential (>Simple Heart<, >Just Like A Dream<, >Layali< ) und beste Chancen, Album des Jahres 2003 zu werden.
Natacha & friends: Thank's a lot for this great music!