"Something Blue" ist die Fortsetzung von "Something Borrowed" und erzählt die Geschichte der verlassenen Braut Darcy Rhone. Die wunderschöne, eitle New Yorkerin ist daran gewöhnt, dass sich die Welt um sie und ihre Wünsche dreht, daher trifft sie der Verrat ihrer besten Freundin Rachel und ihres Ex-Verlobten wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Dann lässt sie auch noch der Vater ihres ungeborenen Kindes, mit dem sie ein heimliches Techtelmechtel hatte, sitzen. Zum ersten Mal in ihrem Leben erfährt Darcy, wie es ist, in einer Beziehung am kürzeren Hebel zu sitzen. Als sie sich gegen eine Abtreibung entscheidet, lassen auch ihre Eltern und ihr Freundeskreis sie im Stich. Um der Demütigung zu entfliehen und irgendwie neu anzufangen, sucht sie unverfroren Zuflucht bei einem Freund in London, auch wenn Ethan eigentlich Rachel näher steht als ihr.
"Schöne Menschen haben es leichter" ist das Leitmotiv in Darcy Rhones Leben. Freunde, Liebhaber, Karriere - Darcy fällt alles in den Schoß, ohne dass sie sich groß anstrengen muss. Zwar ist sie sich dieser Ungerechtigkeit bewusst, doch das hindert sie nicht daran, unverhohlen aus Schönheit und Charme Kapital zu schlagen. Aus Darcys unfassbar egozentrischer, jedoch auch entwaffnend ehrlicher Ich-Perspektive erzählt, stehen ihre schrittweise Wandlung und der schmerzliche Verlust einer lebenslangen Freundschaft mehr im Vordergrund als ihre neue Liebe. Mit viel trockenem Humor, aber auch scharfsinniger Sensibilität hat Emily Giffin in Darcy eine unvollkommene Heldin mit bestürzend vertrauten Charakterfehlern geschaffen. Ob man allerdings mit ihr warm wird, hängt davon ab, wie ehrlich man sich selbst gegenüber ist und wie viel Darcy man in sich selbst wieder findet. "Something Blue" ist wundervoll geschrieben, vielschichtig und schlicht ein Leseerlebnis. (HN)