Brant Bjork und seine Bros sind zurück und grooven uns mal wieder gehörig in unser verwöhntes Tanzbein. Diesmal mit freundlicher Unterstützung von "Circus Leaves Town"-Kyuss-Schlagzeug-Kante Alfredo Hernandez (Yawning Man, Vic Du Monte's Idiot Prayer) oder Mario Lalli (Fatso Jetson, Yawning Man, Ten East). Nach der sehr ruhigen EP "Tres Dias" kommt diese Platte wieder rockiger daher und zeigt eins ganz deutlich: Brant löst sich langsam aber sicher von seinen simplen 4 Noten Riffs und schreibt jetzt weitaus besser strukturierte Songs, wie es bei einigen auf "Saved By Magic" noch der Fall war, das nur teilweise in diese Richtung deutete (wobei da allerdings auch weit mehr Songs drauf waren).
Beim ersten Song "Turn Yourself On" wird einem das sofort klar. Man legt die Platte ein und mit einem Ruck hat man einen Knick im Knie und die Beine beginnen unkontrolliert den guten alten Brant Blues zu tanzen. Beim zweiten Stück "Love Is Revolution" kommt man sich vor als würde man mit Sonnenbrille und coolem Outfit durch Palm Desert streifen, während einem die Sonne den Pelz von der Haut brennt. "Oblivion" errinert dann eher an eine schöne Frau in einem fetten Mustang, die auf geradem Wege ins Paradies düst. Niemand schafft es so gut gleichzeitig so cool zu klingen und einem solch ein Freiheitsgefühl zu verschaffen. Ganz im Sinne von Songs wie "Too Many Chiefs". Hier zeigt sich ausserdem auch Brants melancholische Seite ("Sweet dreams of oblivion, the sweetest place that you've never been/Sweet dreams of oblivion, a little sweeter than the world you and I are living in"). "Native Tongue" ist wieder so ein Fall. Groovy wie Sau und doch seltsam melancholisch. "Ultimate Kickback" ist ganz einfach genau das was der Name andeutet. Setzt euch auf eure Veranda, schaut euch den Sonnenuntergang an, zündet euch ne Lunte an und genießt den Vibe. Darauf folgt dann "Chinarosa", der einen wieder in eine andere Bahn lenkt. Der Song hat was Negatives an sich, was bei dem Thema aber auch seine Logik hat. Ein Song der mit den Worten "Dropping Bombs" anfängt, darf einfach nicht fröhlich klingen. Seltsamerweise passt aber auch das Stück sehr gut ins Konzept des Albums. Zum Abschluss haben wir die etwas "anderen" beiden Songs: "Lion Wings" und "Blood In The Gallery". Beide mit Blasintrumenten im Hintergrund bilden einen wunderbaren Abschluss des Albums. Ersteres ist ein Laid Back Song, die so richtig gut die Atmosphäre eines BB & The Bros Konzertes rüberbringt. Letzers passt so gar nicht in das Ganze und dann wieder doch. Eine Mischung aus Fatso Jetson, Brant Bjork und den Polka Dots. Perfekt um mit der Freundin zu tanzen.
Alles in Allem: Wooow, yeah, rock 'n roll, Brant! You did it again!
Ich kann einfach nicht oft genug betonen wie sehr ich den Kerl liebe. Kauft euch die Platte und geht auf eins seiner Konzerte (wovon ich inzwischen 6 hinter mir habe) und schwingt, groovt und rockt einfach mit ihm mit.
5 von 5 Sternen mit einem dicken Sahnehäubchen oben drauf.