,Reward' war nicht nur auf der Erfolgsleiter ein großer step nach oben weil es DM als verlässlichen Hitlieferanten etablierte, es war auch auf dem Weg zur Stilfindung ein wichtiger Schritt. Der leichte und partymäßige touch war hier endgültig verschwunden und man strich die Gegensätze stärker heraus; auf der einen Seite waren das die romantischen verträumten songs wie die Piano Ballade ,Somebody', oder das wunderschöne ,It Doesn't Matter', auf der anderen Seite die harten und kantigen tracks wie ,People Are People' und ,Master & Servant', die durch die Verwendung von Industrial sounds und eckigen Rhythmen das Gegensätzliche noch stärker hervorstrichen. Beim hymnischen closer ,Blasphemous Rumors' versuchte man dann beide Welten zusammenzubringen. Überhaupt Industrial: gingen 1984 viele wave-pop acts noch den Weg hin zu sanfteren Klängen und versuchten die Elektroniksounds so an die herkömmlichen im Pop und Rock verwendeten Instrumente anzupassen, blieben DM bei den noch von Kraftwerk herrührenden harten Klängen und machten Sie durch den Einsatz des Sampling oft noch eine Spur härter - man denke nur an das metalische Klirren bei ,People Are People' (als Vergleich dazu dann vielleicht ,Be Yourself Tonight' von den Eurythmics anhören).
Auch songwriterisch ist hier ein großer Sprung zu verzeichnen; wirkten viele Album tracks der ersten 3 Alben nur über die sounds und die Atmosphäre, so hat man hier schon sehr viele Lieder die man sich durchaus auch gut in Akkustik Versionen vorstellen kann - oft der Prüfstein für jede Komposition. Totalausfälle gibt es auf diesem Album eigentlich keine (,Something To Do' und ,Lie To Me' können das Niveau der anderen tracks nicht ganz halten und ,Somebody' strahlt zwar eine tolle Stimmung aus, kommt aber melodisch irgendwie nie auf einen grünen Zweig, aber der Rest ist sehr gut) und so kann man durchaus behaupten, dass ,Reward' DM's erstes Meisterstück war. Es sollte aber noch besser werden....