Ein Staubwirbel ziert nicht umsonst das Cover des, wie es ein britischer Journalist einst trefflich ausdrückt, ersten essentiellen Gitarrenalbums des Jahres 2005. Denn das war es wirklich, es hat nur niemand bemerkt; die Aufmerksamkeit, die "Some Cities" ohne Zweifel verdient hätte, wurde dem dritten Werk der Doves leider nicht zuteil.
Reduktion! Das war wohl das Zauberwort, das durch das Aufnahmestudio hallte - weg mit dem Elektrobombast, der das (meiner Meinung nach überbewertete) Album "The last Broadcast" dominierte, weg mit den erdrückenden Soundwänden, die Doves mitunter im Seichten fischen ließen. Man befreite die Musik von allem Schnickschnack und schenkte ihr somit Seele und Atmosphäre!
Nicht dass wir uns falsch verstehen, der Sound von "Some Cities" ist freilich auch episch und mit einer ungeheuren Weite versehen, an der jede englische Hügellandschaft verzweifeln würde, aber er atmet eine beispiellose Frische und ist dabei so beeindruckend wie ein plötzliches Gewitter, ein Sturm aus dem Nichts.
Dazu braucht es nicht viel: Gitarre, Piano (und was für herrliche Töne die Herren aus Manchester diesem entlocken!), Gesang; man füge noch etwas Hall und Geknister hinzu und fertig ist ein Doves-Song, der in seiner Einfachheit einzigartig erhaben wirkt wie ein Monolith in karger Felslandschaft.
"Some Cities" ist einer meiner ewigen Favoriten, der vielleicht ein wenig unscheinbar im Regal steht und etwas Staub ansetzt, den ich aber immer wieder mit Freude entferne, um mich an elf der brillantesten Songs zu erfreuen, die jemals eine Band in mein Wohnzimmer gezaubert hat.