Kurzbeschreibung
Mit der Einführung der Kategorie "Somatoforme Störungen" in DSM III und ICD 10 erfolgte eine wichtige Veränderung: Im Vordergrund steht nun nicht mehr der Nachweis oder die Widerlegung einer Psychogenese, sondern die Deskription eines typischen Verhaltensmusters.
Patienten mit Somatisierungsstörungen leiden unter vielfältigen Körperbeschwerden, die mit der Befürchtung oder Überzeugung schwerer körperlicher Krankheit verbunden sind. Das Spannungsverhältnis zwischen den Patienten, welche vom Vorliegen einer primär organischen Krankheit überzeugt sind, und den Ärzten, die eine solche nicht nachweisen können, prägt die Arzt-Patient-Beziehung.
Das Buch richtet die Aufmerksamkeit auf dieses konfliktträchtige Interaktionsmuster, welches nicht länger als Folge der Störung, sondern als Ausdruck des psychodynamisch zentralen Konflikts bei somatoformen Störungen verstanden wird.
Über den Autor
Prof. Dr. med. Gerd Rudolf, em. Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Bis 2004 Ärztlicher Direktor der Psychosomatischen Universitätsklinik Heidelberg. Mitbegründer der OPD und Sprecher der OPD-Achse 'Struktur'. Mitherausgeber der Zeitschrift für Psychosomatische Medizin. Koordinator der Leitlinienentwicklung in der Psychotherapeutischen Medizin. Hauptarbeitsgebiete: Konzeptbildung, empirische Therapieforschung (psychoanalytische Langzeittherapie) und Qualitätssicherung im Bereich der psychodynamischen Psychotherapien. 2004 Auszeichnung mit dem Heigl-Preis für seine Verdienste um die Psychotherapie und Psychosomatik in Deutschland.