Während die Sportfreunde Stiller, Clueso und der ganze Ablegerquatsch Deutschland wie eine Epidemie heimsuchen, gibt es hin und wieder tatsächlich noch deutschsprachige Bands, die in der Lage sind, eigenständige und unkommerzielle Musik zu fabrizieren. Schnörkelloser Emo mit gelegentlichen Wutausbrüchen und Punkausuferungen. Vor allem die cleveren Lyrics tragen zum hohen Wiedererkennungswert der Band bei. Bei diesem lockeren Frenetismus, mit dem sich Sänger Bolle all den Frust, Schmerz und die Sehnsucht von der Seele singt, muss man sich fragen, warum Blackmail, Beatsteaks, ff. eigentlich ständig auf die englische Sprache ausweichen? Auch die vier Göttinger haben das Problem mit dem kantigen deutschen Vokabular erkannt und umgehen es, indem sie gelegentlich einen englischen Vers in die Strophen mogeln. Und so richtig gut hört sich das dann in den offensiven Ohrwürmern "Magic Love", "Spirit" oder "Scars" an und auch die selbstironische Prollhymne "Emowürstchen Unite" wirkt keineswegs fehl am Platz. Im Ganzen also eine runde Angelegenheit, die - bei größerem Bekanntheitsgrad - den Vergleich zu amerikanischen Größen nicht zu scheuen bräuchte.
Fünf Sterne, da Katzenstreik ein Beispiel dafür sind, dass die Hoffnung auf gute deutschsprachige Musik noch nicht aufgegeben werden darf.
8/10