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Solomons Lied [Taschenbuch]

Toni Morrison , Angela Praesent
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

13. Oktober 1993
"Solomons Lied" ist das kraftvollste und reichste Stück Literatur, das das schwarze Amerika seit langen Jahren hervorgebracht hat. Während bisher afroamerikanische Autoren das Spannungsverhältnis zwischen Schwarz und Weiß in den Vordergrund stellten, schreibt Toni Morrison ihren Roman als selbstbewußte Vertreterin einer eigenständigen fruchtbaren schwarzen Kultur, deren Glanz es nur freizulegen galt - zum erstenmal wird hier erkennbar, was trotz Sklaverei und Diskriminierung in den Hütten, Slums und Gettos entstanden ist.

Die Handlung dieses Romans ist vielsträngig, aber diese Vielfalt spiegelt die geistige Position der Autorin: Milchmann, ein junger Schwarzer, Sohn eines wohlhabenden, clever-skrupellosen Immobilienmaklers aus dem ländlichen, rechtlosen Negerproletariat und der Tochter eines schwarzen Arztes aus dem Norden, verfolgt in vielen Schritten die Geschichte seiner Familie zurück bis zur Sklaverei, bis zu einem Punkt, von dem 'nur' noch Folklore und märchenhafte Überlieferungen (wie das "Lied Solomons", des Urahns) künden. Zunächst muß der Protagonist den Ursprung seines Spitznamens heruasfinden: seine Mutter hat ihn bis weit ins Knabenalter hinein gestillt. Das bringt ihn widerstrebend dazu, die unglückliche Ehe seiner Eltern zu erforschen. Als die Enkelin der entfremdeten Schwester seines Vaters sich in ihn verliebt, muß er sich mit der verfeindeten Generation vor ihm auseinandersetzen, mit den Zauberkräften der Tante Pilate, der weisen Hexe ohne Nabel, und der überall in der Familientradition schlummernden Sehnsucht, fliegen zu können, sich der stumpfen, tödlichen Alltäglichkeit zu entziehen. Vom habgierigen Vater angespornt, macht er sich schließlich auf die Suche nach einem verschollenen Schatz, den Vater und Tante einst als Kinder entdeckt, aber nicht geborgen hatten. Milchmanns Gegenspieler ist Gitarre, zunächst Jugendfreund, dann tödlicher Feind, im Haß auf die Weißen fixiert. So reich an Symbolischem, Mystischem, Gespenstischem, Surrealem Toni Morrisons Prosa auch ist - nie verselbständigt sich das alles zu bloßer literarischer Virtuosität. Ihr Buch ist wie alle große Literatur unterhaltend und weise.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 5 (13. Oktober 1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499135477
  • ISBN-13: 978-3499135477
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 241.327 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

wurde am 18.2.1931 in Lorain, Ohio, USA, als zweites von vier Kindern eines schwarzen Arbeiterehepaares geboren. Nach dem Besuch örtlicher Schulen 1949 Beginn des Studiums an der Howard University in Washington, DC. Erste Erfahrungen mit dem Südstaaten-Rassismus während einer Tournee als Mitglied der Universitätstheatergruppe. Ab 1953 Anglistikstudium an der renommierten Cornell University bis zum Magisterabschluss 1955. Lehrtätigkeit, zunächst an der Texas Southern University (1955-1957), danach an der Howard University (1957-1964). Ehe mit dem jamaikanischen Architekten Harold Morrison, aus der zwei Söhne hervorgehen. Nach der Scheidung 1964 Rückkehr nach Lorain. 1965 Umzug nach New York und Lektorentätigkeit beim Verlag. Random House. Schrieb Geschichten, aus denen sie schließlich ihren ersten Roman entwickelte. 1970 Debüt als Romanautorin.Zu ihren bedeutendsten Werken zählen u. a "Sehr blaue Augen", "Solomons Lied" "Menschenkind", "Jazz", "Paradies" und die Essaysammlung "Im Dunkeln spielen" über die Antinomien von weißer und schwarzer Kultur. Sie zählt seit langem zur Garde der bedeutendsten Autoren Amerikas. 1980 Mitglied des National Council on the Arts. 1981 in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Seit 1989 Professorin für afroamerikanische Literatur an der Princeton University, NJ. Auszeichnungen: National Book Critics' Circle Award (1978); American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur (1980); Cleveland Arts Award für Literatur (1980); Robert F. Kennedy Book Award (1988); Melcher Book Award (1988); Unitarian Universalist Award (1988); Nobelpreis für Literatur (1993); Commandeur des Arts et des Lettres, Frankreich (1993).

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
4.2 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Black consciousness und Familiengeschichte 4. August 2009
Von K. Preuß
Format:Taschenbuch
Roman von Toni Morrison, erschienen 1977. - Mit ihrem dritten Roman erweitert die Autorin ihre fiktionale Welt beträchtlich: Der amerikanische Süden und die Vergangenheit bis zur Zeit der Sklaverei werden einbezogen, und mehrere Hauptgestalten sind Männer. Zugleich verfolgt Morrison konsequent weiter das Ziel, im gegenwärtigen Leben der Schwarzen das Wirken ihrer volkstümlichen Tradition und Kultur zu ermessen. - Der Roman läßt sich als Geschichte einer Initiation auffassen. Der Protagonist, Macon Dead III, wie die Autorin 1931 geboren, wächst in einer Stadt in Michigan unter Bedingungen auf, die ihm eine normale Entwicklung versagen. Ihm wird der Rufname »Milkman« angehängt, weil seine Mutter ihn noch als Vierjährigen stillt, als Ersatz für eheliche Liebe. Sein Vater hat es durch zähen Fleiß und rücksichtslosen Einsatz zum Wohlstand gebracht, hat standesgemäß geheiratet und sieht sein Lebensziel darin, sein Eigentum und die damit einhergehende Macht über andere zu vermehren. Milkman hingegen lebt plan- und ziellos vor sich hin, egoistisch und eitel, ahnungslos über die menschlichen Nöte der Mutter und zweier älterer Schwestern in dem patriarchalischen Haushalt. Einen Gegenpol stellt seine Tante Pilate dar, die mit Tochter und Enkelin ein primitives, aber harmonisches, von bürgerlichen Konventionen völlig freies, von ihrem Bruder als skandalös gebrandmarktes Dasein führt. Sie bewahrt den Reichtum ihres Volkes an praktischem und magischem Wissen und Lebensweisheit; da sie durch die Umstände ihrer Geburt ohne Bauchnabel ist, gilt sie den Leuten, mit denen sie in nähere Beziehung kommt, als eine Art Hexe, von der sie sich abwenden.
Milkman arbeitet ab seinem siebzehnten Lebensjahr im Büro seines Vaters mit und beginnt eine Liebesbeziehung mit Pilates Enkelin Hagar, in der er freilich auch nicht reift. Erst als er über dreißig ist, reißt er sich aus diesen Verhältnissen und geht auf eine Reise, die durch zahlreiche archetypische Motive als symbolische Initiation gekennzeichnet ist. Auf der Suche nach einem vermeintlichen Goldschatz wird er unversehens auf die Spuren seiner Familiengeschichte geführt. In einem Dorf in Pennsylvania genießt er die Erfahrung, daß sein Großvater, ein vorbildlicher Farmer, als Opfer weißen Verrats in bewundernder Erinnerung geblieben ist. In einem entlegenen Ort in Virginia wird er einer Reihe von Prüfungen unterworfen und so in die urwüchsige Dorfgemeinschaft aufgenommen. Vor allem entdeckt er hier - durch eine von den Kindern zu einem Reigenspiel gesungene Ballade (Song of Solomon) - die Geschichte seines Urgroßvaters, nach dem das Dorf Shalimar heißt und der der folkloristischen Tradition nach zu jenen sagenhaften Männern gehörte, die das Geheimnis des Fliegens beherrschten und aus der Sklaverei in die afrikanische Heimat zurückflogen. Milkman begreift, daß der Blues von dem fliegend heimgekehrten »Sugarman«, den seine Tante Pilate in Grenzsituationen als eine Art Schicksalslied zu singen pflegt, eine Fassung eben dieser Ballade ist. Beglückt wird er sich in dieser Familiensage seiner eigenen Identität inne. Am Schluß des Romans wird auch sein Kindheitstraum vom Fliegenkönnen wahr, als er sich mit einem gewaltigen Sprung über einen Abgrund seinem zum Todfeind gewordenen Freund in die Arme stürzt (wobei offen bleibt, ob er überlebt und die Feindschaft überwindet).
Vor dem Hintergrund von black consciousness und Feminismus zeichnet es diesen Roman aus, daß er niemals in ideologische Klischees abgleitet. So hat die Sage vom fliegenden Ahnen ihre Kehrseite darin, daß die mit einer großen Kinderschar zurückbleibende Frau am Trennungsschmerz stirbt, wie überhaupt das Leitmotiv des Fliegens im Text ambivalent erscheint, weil es neben der Freiheitsverheißung immer auch die Möglichkeit des Absturzes in sich birgt. Und Pilates reiner Frauenhaushalt schließt nicht nur Positives, sondern auch eine Gefährdung ein, die sich besonders deutlich in Hagars Abhängigkeit von materiellen Dingen und in ihrem Tod aus enttäuschter Liebe äußert. Nicht zuletzt diese komplexe Sichtweise rechtfertigt die außerordentlich hohe Wertschätzung, die dieser Roman durchweg erfahren hat.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Milkman's journey 6. August 2003
Format:Taschenbuch
Ein großartiges Buch über Selbstfindung, Stolz, Zugehörigkeit, Wurzeln und eigener Geschichte. Macon Dead III (genannt Milkman) ist gefangen in seinem eigenen "Selbst" und seiner Familientradition, die gewisse Leute ausschließt. Wie seine Tante, Pilate Dead, die genau die Eigenschaften zu haben scheint, nach denen Milkman sich immmer gesehnt hat, die sein Vater aber ablehnt, ja geradezu hasst. In diesem Buch wird die Reise Milkmans zu seinen Wurzeln beschrieben, die wirklich zirkular verläuft, die beginnt mit dem Selbstmordsprung eines stadtbekannten Versicherungsagenten vom No Mercy Hospital und die endet mit dem Flug von Milkman in ein bessers Sein. Milkman hatte zeit seines Lebens vom Fliegen geträumt und sich irgendwann in den Süden aufgemacht, um herauszufinden, wer er ist und woher er stammt. Fazit der Geschichte ist, dass er die wichtigen Personen, die sein Leben beeinflusst haben, trifft - oder in seinen jeweiligen Träumen sieht - oder von ihnen erzählt bekommt und sein innerstes Selbst findet, was auch immer ihm von wichtigen Stellen eingetrichtert wurde, wie er sich zu verhalten habe und wer er sei.
"Song of Solomon" ist großartig geschrieben, wenn es auch ein wenig nervt, dass die Slangausdrücke im Englischen (lest es auf Englisch, es ist geil!) manchmal überwiegen, und Toni Morrison hat den Nobelpreis für Literatur wirklich verdient!!!
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5.0 von 5 Sternen Solmons Lied 10. März 2013
Von Honda
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Ein Buch der Nobelpreisträgerin Toni Morrison. Es ist sehr gut zu lesen und ich kann es anderen Kunden weiter empfehlen.
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