Earl Klugh ist ja ein Gitarrist des easy-going. Doch was auf dem Album "Solo Guitar" zu finden ist, ist allererste Gitarrenkunst.
Zunächst zum Technischen: Earl Klugh spielt hier perfekt Gitarre! Da schnarrt nichts, alles klingt sehr genau. Earl Klugh muss eine sehr sorgfältige und gründliche Ausbildung in klassischer Gitarre genossen haben.
Manche Jazzer nehmen es mit der Genauigkeit nicht so genau beim Spiel. Dies macht bei Gruppenaufnahmen auch nicht so viel aus und gehört dann irgendwie auch dazu.
Doch hier spielt Earl Klugh Solo-Gitarre. Jede Kleinigkeit würde hier sofort hörbar werden. Also hier schon mal 5 Sterne für die technische Ausführung.
Zur Kür: Earl Klugh spielt Jazz-Standards. Die einzelnen Melodien sind jeweils gut und auch über das ganze Stück hinweg gut zu erkennen und herauszuhören. Earl nutzt die Standards also nicht zum wilden jazzartigen Herumdudeln, wo dem ungeübten Hörer der Bezug zur Ausgangsmelodie schnell abhanden kommt. Nein, er bleibt bei den melodischen Vorgaben, setzt diese aber virtuos und sehr abwechslungsreich um. Er interpretiert die Stücke sozusagen, ohne sie umzukrempeln. Auch hier 5 Sterne für die dezente und gekonnte Umsetzung.
Nun noch zur Klangqualität: Der Gitarren-Sound kommt sehr natürlich rüber. Schön ist, dass die CD nicht so spitz und aufdringlich klingt. Insgesamt rundet auch die Aufnahmetechnik die technisch wie musikalisch perfekte CD auch klanglich nach oben hin ab.
Aufgrund der klaren Spielweise eignet sich die CD auch für Personen, die sich selbst mit klassischer Gitarrenmusik befassen und hier faszinierendes Neuland entdecken dürften.