Zur CD: Die herrlich eigenen Texte sind enthalten, ebenso wie die Photos, die damals 1987 teils noch Bruder Matthew Vega schießen musste. Gerade weil man von Suzanne Vega die große dynamische Weite der späteren Alben kennt, hätte man sich freilich schon etwas ein Remastern der Tracks bei der Gelegenheit gewünscht.
Zur Musik: Obwohl erst als zweites Album Suzanne Vegas erschienen, schließt "Solitude Standing" die frühen Lieder der New Yorker Sängerin ein, die sie dank des kleineren Erfolgs "Marlene on the Wall" nun rasch veröffentlichen konnte. "Gypsy" und "Calypso" waren ursprünglich von 1978! Die Aufnahme erfolgte in schon etwas raffinierter Produktion (Steve Addabbo/ Lenny Kaye), doch ohne Mätzchen. Suzannes Stimme klingt klar. Dies hat den angenehmen Nebeneffekt, dass ihre formidablen Texte zu verstehen sind. Auch musikalisch hat die hoch begabte Vega ihre besten Ideen eingebracht: folkige, teils auch jazzige Elemente, die aus ihrem Gitarrenspiel hervorwachsen. Michael Visceglias Bassspiel ergänzt dies besonders gut.
Mit "Luka" und "Tom's Diner" ist schon die Mehrzahl ihrer Mainstream-Hits auf dem Album. "Tom's Diner" erscheint gleich zweimal: als starkes A-Capella-Einleitungslied und als minderprickelndes Synthie-Schlussstück - ein 'Nanana ...' zum Mitgrölen gibt es in beiden Versionen nicht, und das ist vielleicht auch ganz gut so.
Zwei Bemerkungen nebenbei noch: Solitude heißt auch Einsamkeit, das ist eben nicht nur ein Vorname. Luka ist ein _Jungen_name; auf ihren Konzerten streut Suzanne die Geschichte zuweilen ein.
Durchgehend gute Songs machen "Solitude Standing" vielleicht zu Suzanne Vegas bester Scheibe.