"'Solitaire"' ist Edenbridges mittlerweile siebtes Studioalbum, der Nachfolger des starken "'MyEarthDream"'. Wie auf der Vorgängerscheibe warten die Österreicher hier mit originellen, schönen Strophen und eingängigen Refrains auf. Die Dominanz der Gitarren ist gegenüber dem Vorgängeralbum ein wenig zurückgenommen, aber nicht so, dass es dem rockigen Gesamteindruck einen Abbruch täte.
Das Orchester tritt im Vergleich zu '"MyEarthDream"' ebenfalls nicht mehr so stark in Erscheinung, was ich als sehr positiv empfunden habe. Die verspielte Instrumentierung, die im Hintergrund natürlich immer noch vorhanden ist, sorgt dafür, dass die Scheibe auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig wird.
Sabine zeigt auf diesem Album, wie variabel ihre Stimme ist: In einigen Passagen bspw. des Titeltracks '"Solitaire'" klingt sie überraschend tief. Mein persönlicher Favorit ist dann '"Skyline''s End'", das leichte orientalische Anleihen hat und in dem Sabines Stimme mich an manchen Stellen spontan an Loreena McKennitt erinnert hat; ein Eindruck, den ich durch die 'Produktbeschreibung 'jetzt ja quasi bestätigt bekommen habe. Jedenfalls - Kompliment! Auch '"Bon Voyage Vagabond'" hat es mir wegen der schönen Melodie - insbesondere im Refrain, aber auch in den Strophen - besonders angetan. Das ruhigere "'Come Undone"', das von Sabines klarer Stimme lebt, gehört ebenfalls zu meinen Favoriten.
'"Out of this World"' ist ebenfalls ein eher ruhiger Song, während das rockige "'Higher'" der wohl eingängigste Song des Albums ist (und wahrscheinlich deshalb für das erste Musikvideo der Band ausgewählt wurde). Bei '"Further Afield'" sind die Bouzuki-Klänge zu Beginn und der leicht asiatische Sound hervorzuheben. "'A Virtual Dream?"' ist dann der wohl schnellste und härteste Song des Albums; allerdings stört mich der hier doch etwas dominante Hintergrundchor ein wenig. (Dieser Chor war auch einer der Gründe, warum ich das Album vor "'MyEarthDream"', "'The Grand Design"', nicht mochte.)
Mit "'Brothers on Diamir"' findet das Album einen ruhigen Abschluss. Die E-Gitarren-Passage hätte meiner Meinung nach nicht ganz so lang werden müssen, aber insgesamt ist es ein schöner Song, der von der Expedition zum Nanga Parbat im Jahr 1970 handelt, bei der Reinhold Messners Bruder Günther unter bis heute nicht ganz geklärten Umständen starb.
Insgesamt ein rundes Album - ein Eindruck, der noch durch die Einfassung mit Intro und Outro verstärkt wird, bei denen sich die Vorliebe der Band für Filmmusik zeigt. Mein persönlicher Edenbridge-Liebling wird aber wohl immer '"Shine"' bleiben.
Die beiden Instrumental-Bonus-Tracks der Limited Edition, das Klavierstück "'Inward Passage"' und das Akustikgitarrenstück '"Eternity"', sind zwar schön, dürften aber wohl nur für die eingefleischtesten Fans ein Kaufanreiz gegenüber der 'normalen' Scheibe sein.
Anspieltipps: "'Bon Voyage Vagabond"', "'Skyline''s End"', "'Come Undone"