Aus der Amazon.de-Redaktion
Obwohl nun schon seit mehr als 30 Jahren Gastarbeiter und ihre Familien Deutschland und sein Erscheinungsbild mitprägen, hat sich das deutsche Kino im Hinblick auf ihre Geschichten und Schicksale seltsam zurückhaltend gezeigt. Außer ein paar Mitstreitern des Neuen Deutschen Films haben sich die meisten Regisseure und Autoren bis in die 90er-Jahre hinein diesem Aspekt unserer Wirklichkeit verweigert. Erst seit nun einige Angehörige der zweiten Generation selbst Filme drehen, öffnet sich das deutsche Kino verstärkt unserer multikulturellen Identität. Der berühmteste und erfolgreichste Vertreter dieser neuen deutschen Filmemacher ist dabei wohl Fatih Akin, der mit
Kurz und Schmerzlos und
Im Juli für zwei der eigenwilligsten heimischen Produktionen der letzten Jahre verantwortlich ist.
Mit Solino, dessen Drehbuch von Ruth Toma stammt, hat Fatih Akin nun zum ersten Mal einen fremden Stoff verfilmt. Und wenn einem das zunächst auch überraschend erscheinen mag -- schließlich hat er sich mit seinen beiden ersten Werken als ein äußerst persönlicher Filmemacher präsentiert, der vor allem seiner eigenen Vision folgt --, so muss man doch zugeben, dass es niemanden im deutschen Kino gibt, der auf den ersten Blick geeigneter für diesen Stoff wäre. Ruth Tomas Geschichte von der vierköpfigen Familie Amato, die 1964 aus dem süditalienischen Dorf nach Duisburg aufbricht und schließlich dort die erste Pizzeria des Ruhrgebiets eröffnet, wirkt wie geschaffen für Akin. Zum einen greift sie all die Fragen auf, denen er schon in seinen früheren Arbeiten nachgegangen ist, zum anderen teilt Ruth Toma offensichtlich Akins Vorliebe für archetypische Konflikte und melodramatische Wendungen.
Im Zentrum von Solino stehen die beiden Brüder Gigi (Barnaby Metschurat) und Giancarlo (Moritz Bleibtreu), die sich von Anfang an besser in Deutschland zurechtfinden als ihre Eltern. Nur besteht zwischen ihnen eine latente Feindschaft, die immer wieder hervorbricht und die Gigi schließlich um so ziemlich jeden seiner Träume bringen wird. So reizvoll diese Geschichte und ihre Konstellation auch für Akin gewirkt haben muss, man spürt trotz allem, dass es nicht seine eigene ist.
Kurz und Schmerzlos und Im Juli bestechen vor allem durch ihre Nähe zu ihren Figuren. Man spürt in jeder Szene, wie sehr sie Akin am Herzen liegen. Zu Gigi und Giancarlo hat er diese innige Verbindung anscheinend nicht aufbauen können. Sie -- und auch alle anderen Figuren -- wirken wie die Kopfgeburten einer Drehbuchautorin, die möglichst viele Ideen und Probleme in einer Story unterbringen wollte. Und weder Akin noch seinen Darstellern gelingt es, sie mit Leben zu erfüllen. So bleiben am Ende nur einige Bilder und Szenen in Erinnerung, in denen sich Akins immenses Talent unter Beweis stellt. Sie alleine rechtfertigen seinen Versuch, auch einmal mit fremdem Material zu arbeiten. Doch man kann nur hoffen, dass er demnächst wieder seine eigenen Bücher schreibt. --Sascha Westphal
Video Jakob Kurzinhalt
"In den sechziger Jahren verlässt die Familie Amato ihr italienisches Heimatdorf Solino und wandert nach Duisburg aus. Dort gibt es Stahlwerke, Kohlegruben und auch Schnee. Aber Pasta und Pizza? So entsteht der Plan, die erste Pizzaria des Ruhrgebietes zu eröffnen. Während Mutter Rosa kocht und Vater Romano den weiblichen Gästen schöne Augen macht, verlieben sich die Söhne Gigi und Giancarlo in dasselbe Mädchen. Im Laufe der Jahre zerbricht die Familie, und auch Gigi und Giancarlo trennen sich um Bruderzwist. Erst zehn Jahre später begegnen sich die beiden wieder - da stellt sich die Frage: Wer hat sein Leben richtig gelebt?"
VideoMarkt
Duisburg, 1964. Der italienische Gastarbeiter Romano schmeißt seinen Job, weshalb Ehefrau Rosa kurzerhand eine Pizzeria namens "Solino" eröffnet. Während das Lokal floriert, kriselt es jedoch bei den Amatos. Rosa verzehrt sich nach der Heimat, ihr Mann nach jungen Frauen. Und die Söhne Gigi und Giancarlo konkurrieren in vielerlei Hinsicht. Während Träumer Gigi das Glück in den Schoß fliegt, greift der eifersüchtige Bruder oftmals zu unlauteren Mitteln, um zum Zug zu kommen - mit schwerwiegenden Folgen für das Familienglück.
Video.de
Der Hamburger Ausnahmeregisseur Fatih Akin ("Kurz und schmerzlos") überrascht mit diesem wunderbaren Mix aus Drama, Liebesfilm, Komödie und Heimatfilm der anderen Art. Darin brillieren Vollblutmime Moritz Bleibtreu und die sensible Neuentdeckung Barnaby Metschurat ("Anatomie 2") als neuzeitliches Kain-und-Abel-Bruderpaar. Mit sicherem Gespür für tiefe Gefühle, aber auch leichte Momente begleitet Akin über zwei Jahrzehnte das Schicksal einer entwurzelten Familie. Cineasten jeden Alters werden begeistert sein.
Blickpunkt: Film
Duisburg, 1964. Während die soeben eröffnete Pizzeria "Solino" floriert, kriselt es in der Gastarbeiterfamilie Amato: Mutter Rosa will nach Hause, Vater Romano junge Frauen und die Söhne Gigi und Giancarlo konkurrieren miteinander - mit schwerwiegenden Folgen. Wunderbarer Mix aus Drama, Liebesfilm, Komödie und Heimatfilm der anderen Art von Fatih Akin.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Duisburg, 70er Jahre: Die italienische Familie Amato wandert ein und beschert dem Ruhrgebiet die erste Pizzeria, doch ihr Zusammenhalt zerbricht am neuen Leben in der Fremde.
Kurzbeschreibung
In den sechziger Jahren verlässt die Familie Amato ihr italienisches Heimatdorf Solino und wandert nach Duisburg aus. Dort gibt es Stahlwerke, Kohlegruben und auch Schnee. Aber Pasta und Pizza? So entsteht der Plan, die erste Pizzaria des Ruhrgebietes zu eröffnen. Während Mutter Rosa kocht und Vater Romano den weiblichen Gästen schöne Augen macht, verlieben sich die Söhne Gigi und Giancarlo in dasselbe Mädchen. Im Laufe der Jahre zerbricht die Familie, und auch Gigi und Giancarlo trennen sich um Bruderzwist. Erst zehn Jahre später begegnen sich die beiden wieder - da stellt sich die Frage: Wer hat sein Leben richtig gelebt?
Produktbeschreibungen
1964 bricht die Familie Amato aus dem sonnigen Solino in Apulien nach Norden auf, um im fernen, reichen Deutschland das Glück als Gastarbeiter zu machen. Am Anfang ist der Kulturschock groß und auch die Arbeit unter Tage nicht jedermanns Sache, doch als man auf die Idee kommt, Duisburg eine erste Pizzeria zu bescheren, geht es aufwärts. Mit dem bescheidenen Wohlstand aber kommen neue Probleme: Die Ehe der Eltern (Antonella Attili, Gigi Savoia) droht an Papis Schwerenöterei zu zerbrechen, während sich die Söhne (Barnaby Metschurat, Moritz Bleibtreu) über Frauen und schöne Künste in die