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Mit Solino, dessen Drehbuch von Ruth Toma stammt, hat Fatih Akin nun zum ersten Mal einen fremden Stoff verfilmt. Und wenn einem das zunächst auch überraschend erscheinen mag -- schließlich hat er sich mit seinen beiden ersten Werken als ein äußerst persönlicher Filmemacher präsentiert, der vor allem seiner eigenen Vision folgt --, so muss man doch zugeben, dass es niemanden im deutschen Kino gibt, der auf den ersten Blick geeigneter für diesen Stoff wäre. Ruth Tomas Geschichte von der vierköpfigen Familie Amato, die 1964 aus dem süditalienischen Dorf nach Duisburg aufbricht und schließlich dort die erste Pizzeria des Ruhrgebiets eröffnet, wirkt wie geschaffen für Akin. Zum einen greift sie all die Fragen auf, denen er schon in seinen früheren Arbeiten nachgegangen ist, zum anderen teilt Ruth Toma offensichtlich Akins Vorliebe für archetypische Konflikte und melodramatische Wendungen.
Im Zentrum von Solino stehen die beiden Brüder Gigi (Barnaby Metschurat) und Giancarlo (Moritz Bleibtreu), die sich von Anfang an besser in Deutschland zurechtfinden als ihre Eltern. Nur besteht zwischen ihnen eine latente Feindschaft, die immer wieder hervorbricht und die Gigi schließlich um so ziemlich jeden seiner Träume bringen wird. So reizvoll diese Geschichte und ihre Konstellation auch für Akin gewirkt haben muss, man spürt trotz allem, dass es nicht seine eigene ist.
Kurz und Schmerzlos und Im Juli bestechen vor allem durch ihre Nähe zu ihren Figuren. Man spürt in jeder Szene, wie sehr sie Akin am Herzen liegen. Zu Gigi und Giancarlo hat er diese innige Verbindung anscheinend nicht aufbauen können. Sie -- und auch alle anderen Figuren -- wirken wie die Kopfgeburten einer Drehbuchautorin, die möglichst viele Ideen und Probleme in einer Story unterbringen wollte. Und weder Akin noch seinen Darstellern gelingt es, sie mit Leben zu erfüllen. So bleiben am Ende nur einige Bilder und Szenen in Erinnerung, in denen sich Akins immenses Talent unter Beweis stellt. Sie alleine rechtfertigen seinen Versuch, auch einmal mit fremdem Material zu arbeiten. Doch man kann nur hoffen, dass er demnächst wieder seine eigenen Bücher schreibt. --Sascha Westphal
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
TOP!,
Von Fraggle (Bonn, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Solino [VHS] (Videokassette)
Ich habe von Solino nicht viel erwartet- und war so begeistert, daß ich ihn insgesamt 3 Mal im Kino gesehen habe. Der Film erzählt die Geschichte einer italienischen Einwandererfamilie, die versucht, in Deutschland heimisch zu werden. Über die Jahrzehnte hinweg gelingt dies einigen, andere schlagen sich immer noch mit Heimweh, fremder Kultur und dem grauem Ruhrgebiet-Panorama. Obwohl ich (wie alle anderen im Kino) unheimlich viel gelacht habe, gibt es auch unheimlich ernste Passagen, denn das Leben der Familie Amato spielt sich auch, aber nicht nur auf der Sonnenseite ab; man verläßt das Kino mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Was die Schauspieler angeht: Moritz Bleibtreu ist wie eigentlich immer absolut super (obwohl ausnahmsweise mal nicht Everybody's Darling), und die anderen, mir bis dahin nicht bekannten Schauspieler stehen ihm in nichts nach. Alle wirken so als wenn die Rollen genau auf sie zugeschnitten wurden. Man nehme dann noch einige sehr schöne Bilder (sogar im Ruhrgebiet, man staune!), ein paar ausgeflippte Filmszenen, in denen man die Hand des Regisseurs erkennt... und heraus kommt ein absolut sehenswerter Film über Familie, Freundschaft, Liebe etc. Meines Erachtens Fatih Akins bisher bester Film (und die Vorgänger waren auch schon toll!).
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30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
In italienischer Sprache besonders empfehlenswert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Solino (DVD)
Solino ist ein sehr sehenswerter Film von Fatih Akin, der in der Zeit der sechziger Jahre spielt, als die ersten Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Die Familie Amato macht sich auf den Weg von Italien (sie kommen aus dem Dorf Solino) nach Deutschland und zwar nach Duisburg. In Deutschland soll alles besser sein. Aber schon die Lebensumstände sind ganz anders: Deutschland ist kalt, die Wohnung ist im Arbeiterviertel und entsprechend klein und herunter gekommen, Obst wie in Italien gibt es nicht u.s.w. Gerade hier lohnt es sich den Film auf Italienisch zu sehen, weil viele Szenen sonst in Ihrer Bedeutung gar nicht rüber kommen. Die Hilflosigkeit der Eltern, weil sie die Sprache nicht verstehen und beim Restaurantkauf über's Ohr gehauen werden, wird sonst gar nicht deutlich. Die Kinder Gigi und Giancarlo dagegen haben weniger Schwierigkeiten, mit der Sprache, insbesondere Gigi der jüngste Sohn. Nachdem der Vater zuerst unter Tage arbeitet, aber damit nicht klar kommt, eröffnet die Familie das erste italienische Restaurant, benannt nach dem Heimatdorf "Solino", in Duisburg. Sehr intensiv kommen die einzelnen Charaktere rüber: Gigi, (als Erwachsener gespielt von Barnaby Metschurat) der durch eine Begegnung mit dem Film, nur noch davon träumt ein berühmter Regisseur zu werden und dabei in jungen Jahren alles andere "vergisst". Moritz Bleibtreu als erwachsener Giancarlo, der immer ein bischen im Abseits steht und durch seine rebellische Haltung und das Agieren am Rande der Legalität versucht Stärke zu zeigen und somit seinen Neid auf seinen kleinen Bruder, der immer begünstigt wurde, versucht zu unterdrücken. Die Mutter, die sich immer für die Familie aufopfert und an der Kälte des Mannes und der neuen Heimat erkrankt und erst bei der Rückkehr in ihre Heimat wieder zu neuem Leben erwacht. Der Vater, der erst am Ende sieht, was er durch seine Untreue und Profitgier verloren hat, nämlich die Familie, aber zu stolz ist, um sich dies einzugestehen. Sehr oft kann man laut loslachen, insbesondere bei der Riesen-Rasta-Matte im Stil der 70er Jahre, die Moritz Bleibtreu auf dem Kopf trägt oder bei der Szene, wo Gigi (der dann aufgrund von Intrigen seines Bruders wieder in Italien lebt) versucht, wieder Italienisch zu lernen und Probleme in der Aussprache hat. Alles in allem ein sehr sehenswerter Film. Ab der Mitte des Filmes wird übrigens nicht mehr Italienisch, sondern Deutsch gesprochen. Also ruhig mal im Originalton ausprobieren. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbare Familiengeschichte über mehrere Generationen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Solino (DVD)
Solino ist ein kleines Dörfchen in Italien, von dem aus Romano Amato in den 60er Jahren mit seiner Familie nach Deutschland zieht. In Duisburg fühlt sich seine Frau von Anfang an nicht wohl, nach einiger Zeit quittiert Romano seinen Job unter Tage und beide eröffnen ein Restaurant mit dem Namen ihrer Heimatstadt. "Solino" floriert, aber langsam und kaum merklich zerbricht die Familie. Nicht nur die Eltern zerstreiten sich, auch die Söhne entzweien sich, als sie sich in dasselbe Mädchen verlieben. Regisseur Fatih Akin (Im Juni) hat die Geschichte bildgewaltig und mit exzellenten Darstellern (allen voran das Duo Bleibtreu/Metschurat) umgesetzt. Der Film schwebt zwischen Melancholie und Freude und ist einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre.
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