Sono ist ein äußerst erfreuliches neues Trio aus Hamburg, das sich aus drei klassisch ausgebildeten jungen Musikern zusammensetzt. Von ihrem Label Universal als die Zukunft des Pop gefeiert, werden sie andernorts gern als "advanced pop" tituliert. Ihre Musik ist reduziert, doch trotzdem groovy. Ein Schuß Depeche Mode (die vielleicht genau so klingen würden, wäre Frontman Dave Gahan nicht gar so gerne Rockstar geworden), ein Tröpfchen Wolfsheim (ohne Bezug zum Gothic-Lifestyle) und noch eine Prise Dancefloor und House und fertig ist das Sono-Süppchen. Heraus kommt angenehmer Synthie-Pop, zeitgemäß und ganz ohne Achtziger-Jahre-Wehmut, der sowohl DJ- als auch radiotauglich ist, und das ist gar nicht einmal so wenig. Wenn man bedenkt, wie die meisten Elektropop-Kollegen entweder als Retro stigmatisiert werden oder ihr Dasein ausschließlich in den Discos dieser Welt fristen, so kann man den drei jungen Hamburgern zu ihrer gelungenen Gratwanderung nur gratulieren. Glücklicherweise fehlt bei Sono auch der unangenehme Pseudo-Intellektuellen-Touch, der einem sonst so viele neue deutsche Popmusik vergällt. Statt dessen finden sich auf ihrem Debutalbum dreizehn Tracks, die allesamt gelungen sind, und der Erstauflage des guten Stücks wurde sogar noch eine DVD beigelegt, die die drei Videos der Singleauskopplungen beinhaltet, sowie ein nettes Making-Of und eine Fotogalerie. Alles in allem ein rundum gelungenes Werk.