Nach "Power & the Glory" lieferten Saxon eine Reihe von schwachen bzw. zwiespältigen Alben ab, da das Experiment, sich durch stilistisches Anbiedern auf dem amerikanischen Markt zu etablieren, gründlich misslang.
Nach längst überfälligem Wechsel des Managments besann sich die British-Metal-Legende dann Ende der 80er wieder auf ihre ursprünglichen Tugenden, besorgten sich mit Kalle Trapp einen Produzenten, der etwas von der Materie verstand und legten mit "Solid Ball of Rock" DAS HAMMERALBUM ab.
Von stampfend-wuchtig (Titelsong, "Crash Dive") bis nackenbrecherisch-flott ("Baptism of fire", "Lights in the sky") ist auf diesem Album so ziemlich alles vertreten, was die Fans an Saxon so schätzen. Britisch-rau mit guten Melodien und Gefühl für Groove.
Basser Nibbs Carter wirkte bei seinem Album-Debut offenbar als Frischzellenkur für die Band und "Bavarian beaver" zeigt eindrucksvoll, dass nicht nur die Herren Harris und DeMaio mit dem Viersaiter umgehen können.
Wer also nicht ausschließlich nostalgisch in den "Wheels of Steel"-Tagen der Band schwelgen will, sollte sich diesen Wendepunkt in der Saxon-Geschichte, der ihren immer noch andauernden zweiten Frühling einläutete, unbedingt ins Regal packen.