...aber mehr auch nicht. Um den Sinn meiner Rezensionüberschrift kurz und bündig zu erklären: Diese Worte (beautiful and wonderful) vor allem im Bezug auf (allesamt nackte) Frauen werden sie in Serie zu lesen bekommen, da Latro (der Hauptprotagonist, der sein Gedächtnis verloren hat) nie müde wird dies in einer Tour zu wiederholen, bis es jeder verstanden hat, obwohl es schon beim ersten Mal überflüssig war.
Überflüssig ist auch Soldier of Sidon selbst. Obwohl Wolfe gut 15 Jahre brauchte um den dritten Band zu schreiben, kommt er einen sogar noch unfertiger vor als der erste Band "Soldier in the Mist". Dies liegt wohl vor allem daran dass Wolfe die gleichen Fehler macht wie zuvor. So zum Beispiel hat auch dieses Buch keine wirkliche Handlung sondern ist nichts weiter als eine weitere Reise Latros, die ihn diesmal quer durch den afrikanischen Kontinent führt und ihn mit der ägyptischen Götterwelt auseinandersetzen lässt, was auch diesmal auf wenig sinnvolle Begegnungen hinausläuft, in denen mal wieder bewiesen wird, wie wichtig Latro für sie ist, während der Leser auch nach längeren Nachdenken im Dunkeln tappt. Desweiteren sind die Beziehungen der einzelnen Charaktere einfach flach, was nicht nur daran liegen mag, dass Latro jeden Tag sein Gedächtnis verliert, sondern auch an der schrecklichen "Liebesgeschichte" zwischen Latro und seiner "Liebsten" Myt-Ser'eu, die sich im Grunde lediglich auf ein gelegentliches Beschlafen dieser und Latros Ergüsse darüber wie "lovely" sie ist beschränkt. Wolfetypisch haben wir es hier also mit einer relativ rohen Sexbeziehung zu tun. Roh bleibt auch Latro selbst, womit er also seinen nicht vorhandenen Charme beibehält und auch diesmal nicht zum Symphathieträger avanciert, der er wohl sein sollte.
Insgesamt wäre es wohl alles nicht halb so schlimm, wenn man das Gefühl hätte, dass dies alles einem höheren Zweck, der Weiterführung der Handlung, dienen würde. Dem ist aber nicht so. Stattdessen stellt sich Soldier of Sidon bis zum Schluss, wo die einzige und wirklich einzige Schlüsselstelle für einen winzigen Aha-Moment sorgt, eine einzige Geldverschwendung dar, der man durchaus den Verdacht auf eine reine Schreibübung seitens Wolfe und der damit einhergehenden Schröpfung der Leser anhängen anhängen kann und wohl auch vollkommen Recht hat!
Es ist schade. Soldier of Sidon hatte die Chance, all die Fehler seiner Vorgänger wettzumachen und nutzt sie nichtmal ansatzweise. Es ist, es schmerzt mich das sagen zu müssen, Wolfes bisher schlechtestes Buch und steht leistungsmässig sogar hinter den ersten Band zurück, da es nichtmal über einen guten Anfang verfügt und nicht zum nochmaligen lesen animiert...