...dort wo keine Haustiere erlaubt sind?
Dieser Frage geht Iggy im Song "Dog Food" nach und gibt auch gleich die Antwort: Es macht stark und schlau.
Böse? nicht so ganz.
Sarkastisch? Ja klar! So wie die meisten Texte auf Soldier.
Nicht ganz so anspruchsvoll wie auf dem Vorgänger "New Values" aber dafür aggressiver.
Nach der "New Values" Tour schien es Iggy an der Zeit zu sein, das nächste Album aufzunehmen. Übriggeblieben von der Tourband waren aber nur
Klaus Krüger-Schlagzeug (Tangerine Dream)
und Glen Matlock - Bass(SexPistols).
Ergänzt durch Ivan Kral- Keyboards,Gitarre(Patti Smith Group),
Steve New - Leadgitarre (Rich Kids)
Barry Andrews (?)und James Williamson (The Stooges)als Aufnahmeleiter gings ins Studio, wo scheinbar nicht alles nach Plan lief.
Bowie, der ebenfalls mitarbeiten sollte, wurde von Williamson rausgeekelt, bevor Iggy dann grade mal nach 2 Wochen Williamson den Laufpass gab. Steve New ließ Iggy ebenso sitzen, bevor das Album fertig war und Iggy entfernte das meiste der Leadgitarre aus dem Sound (Glen Matlock: "... but he played the hooks on a lot of songs, and they were good ones!"). Von fettem Sound (entsprechend dem eingesetzten Personal) kann also nicht die Rede sein, aber von einem ganz eigenen Charakter schon - wenn auch vielleicht nicht so beabsichtigt und ich zumindest vermisse nichts.
Bowie hat dann doch noch zusammen mit Simple Minds den Backgroundchor in dem Stück "Play it safe" (by Bowie/Pop)geliefert, das dann auch deutlich nach Bowie klingt.
Da u.a. Glen Matlock fleißig am Material mitgebastelt hat ist dann auf der CD wieder einiges an (Qualitäts-) Spannbreite versammelt: vom Mitsing-Song (Loco Mosquito! Ohrwurmqualität) über bowielike, iggyschräg bis rockig - hüpft,gröhlt und singt sich Iggy durch die Songs und zaubert bei so mancher Zeile dem Zuhörer ein Grinsen ins Gesicht "I'm sinking like crazy in my sauerkraut".
Die Bonustracks sind diesmal das was sie sein sollten. "Low Life" ein locker-flockiges Gute-Laune(der Text erzählt was andres)-Liedchen in dem Iggy vom Herumlaufen ohne Unterwäsche, vom Bügeln und der stummen Türglocke singt und "Drop A Hook" ein Instrumentaltitel, den ich im Verdacht habe, ein Hinweis zu sein, mit welchem Sound das Album geplant war.
Gemessen an allen Alben 3 Sterne (über Durchschnitt!), Tendenz nach oben.