Um den unerklärlichen Vorkommnissen auf einer Raumstation, die seit geraumer Zeit den Planeten Solaris umkreist, auf den Grund zu gehen, wird ein Psychologe an Bord derselben entsandt. Er muss - wie im Übrigen alle anderen Besatzungsmitglieder - feststellen, dass der den Planeten umgebende Nebel - auch Ozean genannt - eine Art Lebewesen ist, das aus Ängsten, Phantasien, Träumen und Wunschvorstellungen menschenähnliche Wesen aus Fleisch und Blut entstehen lässt.
Diese Form der Kommunikation führt bei den Mitgliedern der Solaris-Expedition allerdings zu einer Veränderung der Psyche und einem elementaren Realitätsverlust.
Solaris ist eine faszinierende, von Andrej Tarkowskij brillant umgesetzte Adaption des gleichnamigen Romans von Stanislav Lem, vergleichsweise ungewöhnlich im Erzählrhythmus und kontinuierlichem Aufbau. Wie bei vielen Dramatikern und Philosophen ist „Science Fiction" lediglich ein Vehikel dafür, dem Menschen bei seiner ungebremsten Fortschrittsgier einen Riegel vorzuschieben. Denn eine Reise in das unentdeckte Selbst ist - mit allen Konsequenzen - wichtiger als die Erforschung nebulöser Welten und reduziert das Leben auf das Einzige, was wirklich zählt: Moralische Verantwortung und Respekt.
Insofern ist „Solaris" nichts anderes als eine in einem bizarren Gewand erzählte Geschichte über menschliche Fehler, Ängste und Schwächen - und der Hoffnung auf eine zweite Chance.
Die Neuverfilmung mit George Clooney unter der Regie von Steven Soderbergh ist, gemessen am Original, gar nicht mal so schlecht - nur leider ein sehr strenger, kalter Kunstfilm, der vergeblich versucht, diese komplexe Thematik dem amerikanischen Publikum nahezubringen.