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Solar Gebundene Ausgabe – 28. September 2010

69 Kundenrezensionen

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Diogenes (28. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257067658
  • ISBN-13: 978-3257067651
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (69 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 196.653 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot, wurde als Literaturstudent von Angus Wilson und Malcolm Bradbury gefördert, von Philip Roth für ein Schriftsteller-Stipendium nominiert und für den ersten Erzählungsband mit dem Somerset-Maugham-Preis ausgezeichnet. Der Autor lebt und arbeitet in London.

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er für ›Amsterdam‹ den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman ›Abbitte‹ wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

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54 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Thomas Liehr am 9. November 2010
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Michael Beard ist alles andere als attraktiv. Er ist dick und klein, neigt zur Fresssucht und zum gepflegten Alkoholismus. Aber Michael Beard ist auch Doktor der Physik und Träger des Nobelpreises in dieser Disziplin. Irgendwann in den Sechzigern hatte er seinen genialen Moment, in den Siebzigern folgte die Ehrung durch die Stockholmer Akademie - und danach setzte die Stagnation ein: Michael Beard hatte keine Ideen mehr, stattdessen absolvierte er fünf Ehen und Dutzende Affären. Im Jahr 2000, in dem der erste Teil des Romans spielt, steht die fünfte Scheidung an, und seltsamerweise fühlt sich Beard plötzlich zu seiner zukünftigen Ex-Ehefrau hingezogen. Aber da ist noch Rodney Tarpin, der geistig etwas verlangsamte Bauhandwerker, mit dem Patrice, Beards Gattin, ein ganz offenes Techtelmechtel hat, nicht zuletzt, um sich an ihrem Ehemann zu rächen.
Beard hat im Rahmen seiner beruflichen Herumwurstelei - wie so oft eher halbherzig - das Angebot angenommen, ein Institut für erneuerbare Energien zu leiten, und obwohl ihm der zwar nervige, aber offenbar recht geniale Institutsmitarbeiter Tom Aldous immer wieder Vorschläge unterbreitet, die sich mit der Photosynthese befassen, steuert Beard den Laden in ein vollkommen absurdes Projekt, bei dem es um Mini-Windmühlen für Hausdächer geht. Anschließend reist er für eine Woche zum Nordpol, um mit Künstlern den Klimawandel zu diskutieren, wenn ihm auch die Rettung des Klimas und des Planeten vollständig egal ist - Beard ist Narzisst, Egoist, wird ganz und gar von Eigeninteressen beherrscht. Bei seiner verfrühten Rückkehr stößt er auf Aldous, der in Beards Bademantel in dessen Wohnzimmer herumlungert.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von petitboucle am 3. Januar 2011
Format: Gebundene Ausgabe
Ich habe bislang noch kein Buch von McEwan gelesen, das mich auch nur annähernd NICHT gefesselt hat. Am faszinierendsten finde ich, dass man durch seine Romane - neben den menschlichen Abgründen, die er wortgewandt und fesselnd beschreibt - fast nebenbei sehr viel Wissen über Gebiete erlangt, für die man sich sonst gar nicht interessiert hätte.
In "Solar" ist das Solarenergie, künstliche Fotosynthese. Selbst Lesern, die keinen Funken Ahnung von Physik haben, vermag es McEwan, dieses Phänomen näher zu bringen. Aber einige Rezensenten haben Recht: Es geht hier gar nicht hauptsächlich um den Klimawandel und die Erfindung einer neuen, sauberen Energiequelle. Was mich vor dem Lesen zugegeben eher "abgeschreckt" hat - ich interessiere mich zwar für den Klimawandel und lebe so umweltbewusst wie es geht - aber ein "Klimabuch" wollte ich nicht lesen. "Solar" ist das aber gar nicht, sondern ein vielschichtiges, faszinierendes Menschenporträt, über einen - und uns alle. Wie fast immer in seinen Romanen geht es um einen männlichen Protagonisten, der sich vor verschiedenste Probleme gestellt sieht. In "Solar" ist dies zwar tatsächlich eine eher unsympathische Figur - ein bindungsunfähiger, maßloser Nobelpreisträger - doch habe zumindest ich mich beim Lesen sofort auf seine Figur einlassen können, weswegen mich das Ende auch mehr als berührt hat. Obwohl er sich manchmal so ungerecht und verletzend verhält, bleibt Michael Beard doch eine zutiefst menschliche und bemitleidendswerte Figur, der man gern über 400 Seiten folgt.
Die Wendungen sind genial, der Protagonist auch, die Verweise auf den Klimawandel ebenfalls - und sprachlich fesselt McEwan wie gewohnt aufs Vorzüglichste.
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Format: Gebundene Ausgabe
Man muss schon ein wenig Interesse an Naturwissenschaften mitbringen, wenn man dieses Buch mit Gewinn lesen möchte. Und man braucht viel Geduld mit einer Hauptperson, die ja deshalb so unerträglich ist, weil sie so realistisch geschildert ist. Insbesondere seine weiblichen Leser, die neben vielen anderen das neue, hier vorliegende Buch von Ian McEwan voller Spannung erwartet haben, werden von dem Roman "Solar" enttäuscht sein. Und das hängt am Protagonisten, dessen Leben und Wirken, dessen Lügen und Selbsttäuschungen, dessen Korruptheit und moralischer Verkommenheit McEwan über 400 Seiten gewidmet hat.

Michael Beard ist Wissenschaftler. In relativ jungen Jahren ist er durch die Lösung eines mathematisch- physikalischen Problems in Fortsetzung der Forschungen Albert Einsteins nicht nur zu großem Ruhm gekommen, sondern auch zu einem Nobelpreis, auf dem er sich sein ganzes weiteres Leben ausruhen wird. Er forscht nicht weiter, lebt von seiner Reputation, verkauft seinen Namen, damit er auf Briefköpfen von Firmen werbewirksam Eindruck schindet, und kaut ein und dieselben Vorträge gegen riesige Honorare immer wieder. In seinem Privatleben ist er innovativer. Insgesamt fünf Ehen hat er hinter sich, und seine aktuelle, fünfte Frau schon so viele Male betrogen, dass er gar nicht mehr mitzählt. Seine Frau allerdings hat genau Buch geführt, und als sie sich rächt und sich einen Liebhaber nimmt, kommen der berufliche und der private Strang zusammen, Denn der Liebhaber ist ein junger, und intelligenter Mitarbeiter seines Instituts für erneuerbare Energien, das er durch eine Menge von Fördergeldern, die er durch seinen Ruf bekommen hat, gegründet hat.
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