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Solange der Haifisch schläft: Roman
 
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Solange der Haifisch schläft: Roman [Taschenbuch]

Milena Agus , Annette Kopetzki
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juni 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423137746
  • ISBN-13: 978-3423137744
  • Originaltitel: Mentre dorme il pescecane
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 198.981 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Milena Agus
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"... Eindringliches Romandebüt einer großen Erzählerin, dem man das entsprechende Aufsehen wünscht. ..."Konrad Holzer (Buchkultur)

"Agus lässt unnötiges Pathos außen vor und unterhält leicht, sorglos-naiv und amüsant." (dpa)

"... Mit ihrem Debüt hat Milena Agus den Bewohnern Sardiniens ein ironisches Denkmal gesetzt in einem Roman voll südlicher Vitalität und doch frei von Pathos. Sie nimmt den Leser mit bewundernswerter Leichtigkeit mit auf eine Reise, die so weit ist und so tief wie das Meer um Sardinien." (Pforzheimer Zeitung) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

dpa, 05.06.2007

»Agus lässt unnötiges Pathos außen vor und unterhält leicht, sorglos-naiv und amüsant.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Solange der Haifisch schläft" ist das beeindruckende Romandebüt der sardischen Schriftstellerin Milena Agus. In diesem vor lauter mediterraner Lebenslust und Lebendigkeit nur so strotzenden Buch erzählt sie die Geschichte der Familie Sevilla Mendoza. Der Vater der Ich-Erzählerin ist ein Mann, von dem die Frauen, die in seine Nähe kommen, sofort verzaubert sind:
"Auch seine Werkstatt wird immer von sehr vielen Frauen besucht. Sie fühlen sich wahnsinnig angezogen von diesem Mann, der den Motor ihres Autos repariert und dabei von Gott spricht, vom Bösen, vom Guten, von weit entfernten Gegenden, wo die Menschen verhungern, und wo es riesengroße Spinnen gibt. Trotzdem würden diese Frauen überall mit ihm hingehen, das sieht man sofort."

Ja, die fernen Gegenden und die armen Menschen sind seine wahre Leidenschaft, und so zieht es ihn auch immer wieder dorthin als Entwicklungshelfer und schlußendlich läßt er seine Familie zurück um für immer dort in Lateinamerika seine wahre Bestimmung zu finden.
Die Mutter geht auf in ihrer Fixierung auf das Schöne. Sie malt Bilder, verkauft auch welche. Aber auch sie flieht aus dem Leben, so wie ihr Mann, ohne allerdings ihren Weggang von der Bühne des Lebens noch entsprechend zu inszenieren.
"Wunderschön war sie in ihrem geblümten Kleid und den blonden, zu einem mädchenhaften Zopf geflochtenen Haaren, und einem mageren Arm, auf dem ihr Kopf lag, als würde sein schlafen.
Ich weiß, daß sie nicht verzweifelt oder im Zorn gegangen ist. Ich weiß, daß sie in der letzten Zeit stark wirkte, weil sie wusste, daß es bald zu Ende sein würde. Sie hatte ganz einfach begriffen, daß sie eine von denen war, die es nicht schaffen würden, und ist aus dem Leben geflohen, wie sie aus den Kinos rannte, wenn die Szenen zu hart für sie waren."

Auch die Ich-Erzählerin hat eine für mich erschreckende Vorstellung davon, wie sie ihr Leben gestalten und genießen will. Sie ist sadomasochistisch veranlagt und schildert in drastischen Worten Szenen wirklich brutaler sexueller Gewalt, die ein Freund immer wieder mit ihrem ausdrücklichen Einverständnis an ihr, mit ihr und in ihr verübt. Sie kommt das ganze Buch über nicht davon los. Diese seltsame Vorliebe für das Gequältwerden steht in krassem Gegensatz zu ihrer sonstigen Lebenseinstellung. Immer wieder ist sie in innerer Auseinandersetzung mit biblischen Gestalten, wie Jona und Hiob und versucht, den Rat ihres Vaters zu befolgen: "man müsse aus dem Bauch des Haifischs entwischen, am besten , wenn er schläft. Und dann versuchen, wirklich bis zu einem dieser Orte auf Mamas Ansichtskarten zu schwimmen, um nachzusehen, ob der Atomkrieg etwas Lebendiges auf der Erde übriggelassen hat und man immer noch die göttliche Weisheit in der Schöpfung erkennen kann, mit der Gott sich Hiob zeigte. Von dort neu geboren werden, wo Mama gestorben war. Eine neue Genesis. Ein neues Gelobtes Land."

Auch über ihre Großeltern erfahren wir Interessantes. Der Großvater saß in einem deutschen Konzentrationslager und muß immerfort darüber reden und die Großmutter verwöhnt die ganze Familie mit selbstgemachten Süßigkeiten.

Die Tante findet schlußendlich ihr Lebensglück mit einem Mann, der zur engen Familie gehört und den wir schon von Anfang des Buches kennen...

Was zu Beginn aussieht wie die Beschreibung eines normalen Familienalltags mit einer durchschnittlichen Geschichte, löst sich mit jeder Seite mehr auf und zersplittert. Weitgreifende Reflexionen über die Existenz Gottes werden von der Schilderung brutaler und abstoßender sadomasochistischer Praktiken abgelöst um schließlich in einer Meditation über sinnvolles und geglücktes Leben zu enden.
Ein Buch, das sich leicht und locker liest, mich allerdings verstört zurückgelassen hat.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tango der Sinne 30. Juli 2007
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Wenn ich es eines Tages schaffe, mich an den Tisch zu setzen und seine Exkremente zu essen, dann schwört er mir, daß er mich auch noch als alte Frau haben will."
So naiv berichtet die 18-jährige Ich-Erzählerin über ihre Affäre mit einem verheirateten Sadomasochisten und glaubt auch noch, es sei die wahre Liebe.

Solange der Haifisch schläft ist die Geschichte einer etwas verschrobenen, orientierungslosen und weltfremden, zugleich aber sehr liebenswerten sardischen Familie, deren Mitglieder sich alle verzweifelt an irgendwelche verkorkste Beziehungen und ihren diffusen Glauben an einen Gott klammern.

Irgendwie sind alle Familienmitglieder mehr oder weniger unglücklich, sei es nun die Tochter - eben jene Ich-Erzählerin -, ihr introvertierter Bruder, der die wahre Liebe nur in der Musik seines Klaviers zu finden meint oder aber die Mutter, eine zarte, unscheinbare, ängstliche und weltfremde Schönheit, die sich ins Malen überdimensionaler blauer Himmel flüchtet, der Vater - ein Frauenheld - der sein "Heil" als Entwicklungshelfer in Südamerika sucht und nicht zuletzt die rassige, vollbusige Tante, die zwar jede Menge Liebhaber hat, diese aber nie für längere Zeit halten kann.

Die "Helden" des Romans können in gewissem Sinn alle als "gestört" bezeichnet werden. Aber ihre unverblümte Direktheit und Naivität macht sie wiederum sympathisch und liebenswert. Sie schließen sich dem Leser sofort ins Herz mit ihrer emotionalen Zerbrechlichkeit und Sensibilität, ihrem starken Idealismus. Sie sind leidenschaftlich und hungrig, teilweise moralisch völlig skrupellos, manchmal gleichgültig ihrer Umgebung gegenüber, oft stumm und zerstreut und immer völlig frei von Konventionen.

Dabei geht es allen mehr oder weniger traurig-tragischen Handelnden in diesem Buch nur um eines: das unbändige Verlangen nach der wahren Liebe.

Das mag erst mal nicht sonderlich originell zu sein. Schon viele Autoren haben sich diesem Thema angenommen.
Doch in Milena Agus' Geschichte liegt etwas Besonderes, vielleicht auch an der Art, wie sie diese Geschichte erzählt.

Solange der Haifisch schläft ist ein bizarrer, berührender und verblüffender kleiner Roman, der auf der einen Seite Wärme und Frische offenbart, auf der anderen Seite jedoch eine erstaunliche Fähigkeit, den Leser zugleich bis ins Mark zu treffen, "bis zu dem Grad, an dem es wehtut".

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Situationen nicht unbedingt geändert werden müssen, sondern auch hartnäckiger Optimismus kann das Leben schöner erscheinen lassen:
"Und ich begriff, dass dies der richtige Moment war, um zu fliehen. Ich merkte, dass dies die richtige Idee war, und dass der Haifisch jetzt schlief. Und in diesem Moment sah ich eine Lücke zwischen seinen Zähnen, schlüpfte hindurch, glitt auf den Sand und ließ mich von der sanften Strömung des Meeres mitziehen."

Mit ihrem Deutschlanddebüt hat Milena Agus eine ganz besondere Stilart des Schreibens vorgelegt. Gleichermaßen delikat und energisch, Schritt für Schritt, konzentriert, ohne Schnörkel und besonderer "Ärmeltricks" sowie mit teilweise stoischer Gleichmäßigkeit und mitunter schockierender Direktheit erzählt sie uns die Geschichte der Familie Mendoza aus Sardinien.

Solange der Haifisch schläft offenbart eine wunderbare, reine und unverfälschte Erzählkunst, die Dank der hervorragenden Übersetzung von Annette Kopetzki unverfälscht und authentisch dem deutschsprachigen Leser übermittelt wird.

Ein Roman wie ein Tango, mit sehr traurigen und ansteckend heiteren Momenten, voller Vitalität, doch ganz frei von Pathos.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein sardische Familie 19. April 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Milena Agus So lange der Haifisch schläft
Klett-Cotta

Dieser wunderbare, heitere, naive, herzerfrischend und sehr italienische Roman reißt den Leser sofort mit!

Eine Familie: Vater, Mutter, Bruder, Großmutter, eine Tante und die Icherzählerin leben zusammen in einem Dorf auf Sardinien.
Durch die Augen der Icherzählerin erfahren wir in leisen Tönen, naiv, lakonisch und treuherzig, wie jeder einzelne lebt und die Welt betrachtet.
Der Vater ist ein Weltverbesserer, der viel fort ist, um in sich in Südamerika als Entwicklungshelfer hervor zu tun. Die schöne Tante schwebt von einem Liebhaber zum anderen; nie klappt es wirklich mit der Liebe. Die Mutter, eine zarte kleine Person, ist von ihrem Mann aus mühevoller Archivarbeit befreit worden und darf nun malen. Sie widmet sich dem Metier mit Hingabe. Der Bruder bleibt im Schatten der anderen, leidet an der Welt und den bösartigen Mitschülern und spielt immer nur Klavier. Die Großmutter gibt über allen schwebend ihre weisen Kommentare von sich.
Und unsere Icherzählerin? Sie schreibt Geschichten und hat einen verheirateten und absolut perversen Liebhaber.

Es geht um Gott und die Welt, um die Liebe, die Leichtigkeit und die Schwere des Seins.
Neben dem irdischen Allerlei des Tages wird immer wieder die Liebe in allen ihren Variationen thematisiert. Die herrlichsten poetischen Liebesbeweise tönen einem entgegen, hinreißend und von feinster Sprache zeugend.
Ohne Trauer und Verlust ist die Liebe nichts. Und so beschwört M. Agus die ganze Welt der Gefühle in ihrem Büchlein herauf.
Milena Agus ist eine wunderbare Erzählerin!
Sie schreibt mit leichter Feder; selbst die unglaublichsten Einfälle von Perversion werden wie ganz normale leichte Geschichten daher erzählt. Fragen nach dem Lebenssinn und nach Gott werden unbeschwert, kindlich und naiv gestellt und beantwortet.
Die Familie ist scheinbar eng verbunden. Zugleich ist erkennbar, dass jeder seine eigene Philosophie und sein eigenes Bild von Gott und seinen Taten hat. Und zuletzt wird bei aller Einigkeit nach außen auch klar, dass jeder sein einsames Leben abgesondert vom Innenleben der anderen lebt.

Agus beschreibt ihre Charaktere kraftvoll und intensiv. Väter und Geliebte sind oft erotische Helden, die sich allerhand erlauben dürfen. Nichts aber ist verbissen, ehrpusselig oder gar moralisierend. Es ist wie es ist! Das mag als Motto für das Leben der hier beschrieben Menschen gelten.
Bei allem Ernst, der hinter den einzelnen Leben erspürt werden kann, ist die Geschichte heiter, zuweilen traurig, manchmal verzweifelt und melancholisch, immer aber auch südländisch und fröhlich.
Man wünscht diesem Buch viele Leser und Leserinnen; es lohnt sich!
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