Das Album besitzt eine Reihe anspruchsvoll arrangierter, eingängiger Melodien. Es gibt, glaube ich, nur wenig andere Musik, die so gut wie diese für eine Fahrt im Cabrio durch südlich-sommerliche Gefilde paßt. Auch sehr schön: die Flippers versuchen gar nicht erst, von ihren Texten her "anspruchsvoll" zu sein, sondern sind konsequent selbstironisch. So werden in fast allen Songs Schlager- und Pop-Klischees durch den Kakao gezogen, indem die Flippers den gängigen Textkitsch genussvoll auf die Spitze treiben("im Morgenrot hielt ich sie weinend in den Armen").Die Flippers haben die seltene Gabe, angenehm zu klingen und trotzdem in fast allen Interpretationen ironisch mit den Augen zu zwinkern.
Auch die handwerkliche Seite ist top. Produzent Uwe Busse beherrscht die Kunst, beim Arrangieren zu klotzen, statt zu kleckern: schön süffig klingt das. Wie eine in Musik übersetzte gute Flasche "Erben Spätlese". Wie ein üppig blühender Garten. Souverän integriert Busse folkloristische Elemente wie Mandolinen- oder Kastagnettenklänge in den sehr komplex arangierten Keyboard-Sound. Pop-Asketen werden dieses Album mit Sicherheit schmähen. Sie können weiterhin Naidoo und Grönemeyer hören. Doch ich bin Pop-Epikuräer. Und für diese Sorte Mensch haben "Die Flippers" offenbar ein Herz...