Der erste SOKO-Ableger ist der Beste. Hugh! Seit 2001 ermitteln die Cops um den DDR-Ur-Bullen Andreas Schmidt-Schaller, der hier den Papa der Kompanie Hans-Joachim Hajo" Trautzschke spielt. Die Serie lebt von der engen Bindung der Beteiligten, hier eine Liebelei, da ein verwandtschaftliches Verhältnis oder schlichte Freundschaft. Was auch andere Serien gerne hätten, das macht die Leipziger Sonderkommission aus: Glaubwürdigkeit und Sympathie gepaart mit einem gerüttelten Maß an erfreulichem Lokalkolorit. Dass das die DDR-Vergangenheit immer wieder auftaucht, hat glücklicherweise nicht mit verklärter Ostalgie zu tun, sondern kratzt gelegentlich sogar an der Bewältigung historischer Ereignisse und typischer Probleme. Die hier angebotene neunte Staffel inklusive der Partner-Langfolge mit den englischen Kollegen von The Bill" gehört sicherlich zum besten Stoff der Sachsen. Allein die Verabschiedung von Kriminalkommissar Patrick Diego Grimm (Tyron Ricketts) treibt Tränen in die Fan-Augen, der Einstand von Wildfang Vincent Becker(Pablo Sprungala) macht Spaß und die ständigen Familiengeschichten um die schwangere Ina Zimmermann (Melanie Marschke) oder die alkoholkranke Mama von Sixpack-Bauch Jan Maybach (Marco Girnth) sorgen für dichtere Stories. Zudem scheuen sich die Macher nicht, mit Inas Spurensicherungs-Einheit modernen CSI-Touch in die Serie zu integrieren, ohne sich anzubiedern oder zu kopieren. So vermeidet SOKO, unter einer dicken Staubkruste zur eigenen Karikatur zu verkommen. Leipzig ist temporeicher als die Kollegenstaffeln, moderner, emotionaler - kurzum: Besser.